Verpackungswahnsinn

Bayer: Hier kommt ein Karton (viele) Nadine Tröbitscher, 13.09.2018 10:09 Uhr

Berlin - Die Verbuchung von Direktlieferungen kann mitunter einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei einer größeren Bestellung ist das auch kein Problem und eingeplant, anders sieht es aktuell bei der Zustellung von Priorin (Bayer) aus. Hier schlägt der Wareneingang von 90 Packungen mit beinahe einer Stunde zu Buche. Ein Berliner Apotheker ist stinksauer – nicht nur über den Verpackungsmüll, sondern auch über die „Dummy-PZN“.

Bestellt wurde das 2+1-Aktionsangebot von Bayer. Wer zwei Packungen Priorin zu 120 Kapseln oder Liquid kauft, bekommt das Shampoo geschenkt. Die Ware wird in einem konfektionierten Tragekarton ausgeliefert. An sich kein Problem, wenn nicht jedes Aktionspaket noch einmal in einem Umkarton ausgeliefert würde. Wer also 90 Vorteilspackungen bestellt hat, bekommt auch 90 Pappkartons geliefert.

In Berlin staunte man nicht schlecht, als die 42 Kilogramm schwere Lieferung auf einer Palette ankam. 90 kleine gestapelte Kartons mit Folie umwickelt wollten ausgepackt werden, jeder einzeln. Nach 20 Minuten hatten zwei PKA noch immer nicht die gesamte Lieferung von der Pappe befreit. „Wir müssen jeden einzelnen Karton in die Hand nehmen, aufschneiden, auspacken und wieder zusammenfalten.“ Denn jeder Umkarton ist zugeklebt und fest versiegelt. „Dabei hätten 20 Aktionspakete in einen Umkarton gepasst“, erzählt eine PKA.

Thorsten Kujath, Vertriebsleiter bei Bayer, erklärt den Karton im Karton wie folgt: „Wir haben die Verkaufspackung aus Transportgründen nochmals verpackt, damit sie nicht beschädigt wird, keine Transportspuren durch das Hin- und Herrutschen im Karton abbekommt. Leider kommt das oft vor und gerade solche Konstellationen mit Griff leiden erheblich. Es tut mir leid, dass wir damit der Apotheke einen zusätzlichen Aufwand bescheren.“

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