Arzt bestiehlt und verprügelt Apotheker

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Berlin - Rund 160.000 Euro hat ein Arzt aus Österreich einem Apotheker gestohlen. Vor Gericht musste sich der 37-Jährige wegen Einbruchs, Nötigung und Körperverletzung verantworten, hat aber alle Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Das Schöffengericht hat ihn dennoch zu einer Strafe von 21 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Arzt aus dem niederösterreichischen Mostviertel hatte offenbar mehrmals in die Kasse der Apotheke, die seinem Cousin gehörte, gegriffen. Nach Ladenschluss soll sich der Mann heimlich in die Apotheke geschlichen haben, um Bargeld, Kosmetika und Medikamente zu stehlen, berichtet ein Lokalblatt. Insgesamt konnte der damalige Assistenzarzt 160.000 Euro erbeuten.

Eines Nachts im Jahr 2013 erwischte ihn der Apotheker. Es kam zu einer Rauferei. „Er wollte mich daran hindern, die Polizei zu rufen“, soll der Apotheker vor Gericht ausgesagt haben. Bei der Rangelei zogen sich der Arzt einen Nasenbeinbruch und der Apotheker Prellungen zu. „Der Angeklagte hat dem Opfer den Pullover über den Kopf gezogen, ihn geschlagen und den Strom ausgeschaltet, damit er nicht die Polizei verständigt“, erklärte der Staatsanwalt bereits am ersten Prozesstag im Herbst 2015.

Schon zuvor wurde der ebenfalls wegen Körperverletzung angeklagte Apotheker rechtskräftig freigesprochen. Der Täter sei schließlich unrechtmäßig in die Apotheke eingedrungen. Außerdem habe der Pharmazeut seinen Verwandten nicht gleich erkennen können, so die Begründung des Gerichts.
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