Knall beim Apothekerverband: Vizepräsident schmeißt hin

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Berlin - Im österreichischen Apothekerverband gibt es Krawall. Vizepräsident Christian Wurstbauer tritt zum Jahresende zurück – weil die Führung des Verbandes aus seiner Sicht gescheitert ist. In einem Brief an den Vorstand des Verbands rechnet er mit dessen Präsidenten ab. Wurstbauer will sich in Zukunft ganz auf sein Amt als Vizepräsident der Apothekerkammer konzentrieren.

Wurstbauer verabschiedet sich mit einem Knall. In einem Brief an den Vorstand des Verbands hat er seine Demission bekannt gegeben und dabei deutliche Kritik an Verbandspräsident Jürgen Rehak geäußert: „Es fehlt an Leadership durch den Präsidenten, an Einsatz und Kontinuität“, zitiert der Fachdienst Relatus Pharm aus dem Schreiben. „Entscheidungen werden nach Belieben gefällt – und auch wieder verändert. Stillstand ist die Folge.“

Wurstbauer hat die Echtheit des Briefes bereits bestätigt. Im November 2016 war er zum zweiten Vizepräsidenten des Verbands gewählt worden, erster Vizepräsident ist der Oberösterreicher Thomas Veitschegger. Zeitgleich war Rehak zum Nachfolger von Dr. Christian Müller-Uri gewählt worden. Wurstbauer, Rehak und Veitschegger waren damals gemeinsam als Mitglieder der Wahlliste „Die Neuen Apotheker“ (DNA) angetreten, um „die wirtschaftliche Zukunft der Apothekenunternehmen abzusichern und neue Geschäfts- und Tätigkeitsfelder zu entwickeln – kurz: um unseren Stand zukunftsfit zu machen“, so Wurstbauer.

Hauptmotiv für sein Engagement seien ähnliche Probleme mit Rehaks Vorgänger Müller-Uri gewesen. „Wir haben dabei auch versprochen, transparent zu agieren“, so Wurstbauer nun. Das sei aber nicht mehr möglich. Rehak zeigte sich überrascht von Wurtstbauers Rücktritt, weist aber die Kritik an seiner Amtsführung zurück. „Die Arbeit im Verband hat grundsätzlich immer gut funktioniert. Da gab es auch keine Auseinandersetzung. Es gibt aber sicher verschiedene Meinungen“, so Rehak. In demokratischen Gremien komme man eben mit manchen Positionen und Vorstellungen durch, mit anderen nicht. Dennoch bedauere er Wurstbauers Entscheidung, so Rehak. Wenn er aber denke, dass es für ihn der richtige Weg ist, dann müsse er ihn auch gehen.

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