Nordrhein: Apotheker appellieren an Gesundheitsämter

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Berlin -

In Nordrhein kämpfen Kammer und Verband um eine pragmatische Lösung für den Fall einer Corona-Infektion im Apothekenteam. Zum Schutz vor einer Totalquarantäne haben sie an die Gesundheitsämter appelliert und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann um Unterstützung gebeten.

In einem gemeinsamen Schreiben an die Leiter der Gesundheitsämter fordern Kammer und Verband, die Mitarbeiter der Apotheken offiziell als für die Gesundheitsversorgung im Pandemiefall besonders wichtige Gruppe des „medizinischen Personals“ einzuordnen. Nur so könne verhindert werden, dass es Apotheken durch eine komplette Quarantäne des gesamten Teams schließen müssen und aus der Versorgungskette wegbrechen.

Bereits in der vergangenen Woche waren die Apotheker in Nordrhein an die Öffentlichkeit getreten, um in Anbetracht der ersten Schließungen durch Corona und einer exponentiellen Zunahme an Infizierten in der Bevölkerung die Apotheken rechtzeitig vor einer Totalquarantäne zu schützen. „Das ist unerlässlich, um die Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken in der Corona-Krise weiterhin flächendeckend zu sichern und Versorgungslücken zu verhindern“, betonten der Verbandsvorsitzende Thomas Preis und Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann in einem gemeinsamen Statement.

In ihrem aktuellen Schreiben an die Gesundheitsämter in Nordrhein fordern sie die Amtsleiter auf, dass bei einem nachgewiesenen Corona-Fall eines Apothekenmitarbeiters ab sofort – analog zu ärztlichem und pflegerischem Personal in Kliniken und Praxen – bei relevantem Personalmangel nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) verfahren werden solle. Unter Beachtung des Selbstmonitorings und der Schutzmaßnahmen könnten die Apothekenmitarbeiter die Versorgung weiter sicherstellen.

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