Mitarbeiter infiziert: Apotheke darf geöffnet bleiben

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Berlin -

Ein Mitarbeiter erkrankt an Covid-19 oder hatte Kontakt zu einem Patienten – und das ganze Team muss in Quarantäne: Dieses Horrorszenario bereitete in den vergangenen zwei Wochen zahlreichen Apothekern und Apothekerinnen Sorgen. In Sachsen hat die Kammer (SLAK) jetzt erklärt, dass ein derart rigides Vorgehen in Zukunft nicht mehr erforderlich ist.

Die Kammer verweist auf neue Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Umgang mit Kontaktpersonen. Demnach darf in medizinischen Einrichtungen bei drohendem Personalmangel von den bisherigen Empfehlungen abgewichen werden, nach denen alle Kollegen als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten. Bei ihrer Entscheidung können die Gesundheitsämter zusätzliche Auflagen machen, zum Beispiel ständiges Tragen eines Mundschutzes.

Die Kammer in Sachsen vertritt die Auffassung, dass diese neuen Empfehlungen auch auf Apotheken angewendet werden können, da dies der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung dient. Das Sozialministerium hat diese Auslegung auf Nachfrage gegenüber der Kammer bestätigt und laut Kammer bereits alle Gesundheitsämter im Freistaat darauf hingewiesen.

Damit muss laut Kammer bei einer Corona-Infektion in einer Apotheke nicht mehr zwingend das gesamte Personal in Quarantäne genommen und die Apotheke geschlossen werden. „Wir empfehlen in diesem Fall, auf der Grundlage der modifizierten RKI-Empfehlung im direkten Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu erreichen“, heißt es in einem gemeinsamen Rundschreiben von Kammer und Verband. „Bei Schwierigkeiten zur Umsetzung können Sie sich gern an die SLAK wenden.“

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