Lilly testet Corona-Medikament in Pflegeheimen

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Berlin - Gemeinsam mit dem Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) will Eli Lilly eine Phase-III-Studie mit seinem monoklonalen Antikörper LY-CoV555 in Pflegeeinrichtungen starten. Durch die Studie soll ein möglicher präventiver Effekt ermittelt werden.

Mehr als 40 Prozent der Todesfälle durch das Coronavirus Sars-CoV-2 sind in den USA auf Langzeitpflegeeinrichtungen zurückzuführen – denn dort befinden sich viele Risikopatienten: Alte, vorerkrankte Menschen sind besonders häufig von Covid-19 betroffen. Daher bestehe ein dringender Bedarf an therapeutischen Strategien zur Prävention von Covid-19. Die von Lilly und dem NIAID gestartete „Blaze-2-Studie“ ist die erste dieser Art: Bis zu 2400 Einwohner, aber auch Mitarbeiter von Langzeitpflegeeinrichtungen sollen eingeschlossen werden.

Erprobung von LY-CoV555

LY-CoV555 ist aus einer Zusammenarbeit mit Abcellera entstanden: Nachdem der Antikörper von Abcellera entdeckt und vom NIAID Vaccine Research Center getestet wurde, entwickelte Lilly ihn innerhalb von knapp drei Monaten weiter. Ursprünglich stammt er aus einer Blutprobe von einem genesenen Covid-Patienten. Es handelt sich dabei um einen neutralisierenden monoklonalen IgG1-Antikörper, der gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 gerichtet ist. Durch den Antikörper soll die Anhaftung des Virus und der Eintritt in menschliche Zellen blockiert werden.

In einer Phase-I-Studie wurde die Dosierung des Antikörpers bereits an hospitalisierten Covid-Patienten ermittelt. In der Phase-II-Studie „Blaze-1“ wird er derzeit an Personen getestet, bei denen zuvor Covid-19 im Umfeld diagnostiziert wurde. Daten aus der Untersuchung werden voraussichtlich im letzten Quartal folgen. Nach Angaben von Lilly wurde LY-CoV555 bei allen getesteten Dosen gut vertragen, bisher wurden keine arzneimittelbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse beobachtet.

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