Antikörper-Therapien: Primärpräventive Wirkung belegt

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Berlin - Die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern steht bei Covid-19 hoch im Kurs. Erst kürzlich hat der Bund den Kauf von mehr als 200.000 Dosen solcher Therapien für 400 Millionen Euro bekanntgegeben. Sowohl Lilly wie auch Regeneron liefern positive Daten für ihre Antikörper. Sie seien sowohl für die Therapie als auch zur Prävention von Covid-19 geeignet.

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass monoklonale Antikörper – ähnlich wie eine Serumtherapie – nur in einem sehr frühen Krankheitsstadium wirksam sind. Die ersten drei Tage gelten als entscheidend. Die Antikörper sollen die Zeit bis zur eigenen Antikörper-Bildung überbrücken. Sie binden am Spikeprotein von Sars-CoV-2 und verhindern so den Eintritt in die menschlichen Zellen. Doch auch als Prävention scheinen sie wirksam zu sein.

Lillys Daten im Überblick

Im November hatte Lilly in den USA die erste Notfallzulassung im Bereich monoklonale Antikörper bei Covid-19 erhalten. Bamlanivimab ist zur Behandlung von Patienten mit leichten und mittelschweren Verläufen von Covid-19 geeignet. Der Konzern erbropt den Antikörper außerdem in Pflegeheimen an Bewohnern und Personal. Die Studie sollte einen möglichen präventiven Nutzen ermitteln.

Nun liefert Lilly entsprechende Zwischenergebnisse der „Blaze-2-Studie“: Die einmalige Behandlung mit Bamlanivimab konnte bei Mitarbeitern und Bewohnern, die noch nicht mit Covid-19 infiziert waren, die Häufigkeit einer Erkrankung deutlich senken. Auch bei bereits infizierten zeigte der Antikörper positive Effekte – der Verlauf wurde abgeschwächt.

Die Teilnehmer erhielten entweder eine Kurzinfusion mit 4200 mg Bamlanivimab oder Placebo. Primärer Endpunkt der Studie war der Anteil der Patienten, die innerhalb der ersten 21 Tage Symptome von Covid-19 entwickeln. Für die Zwischenauswertung liegen die Daten von 1097 Teilnehmern vor – 965 (299 Bewohner und 666 Mitarbeiter) hatten einen negativen Abstrich, 132 Teilnehmer (41 Bewohner und 91 Mitarbeiter) einen positiven Abstrich. Den aktuellen Daten zufolge hat die einmalige Gabe den Anteil der symptomatischen Erkrankungen um 57 Prozent gesenkt. In der Gruppe der Bewohner sogar um 80 Prozent.

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