Lilly: Antikörper senkt Viruslast

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Berlin - Ein wichtiger Bereich bei der Therapie von Covid-19 ist die Kontrolle von schweren Verläufen. Andererseits ist es wichtig, leichte Verläufe soweit regulieren zu können, dass sie nicht in Hospitalisierungen enden. Ein von Lilly erprobter Antikörper konnte dabei nun erstmals Wirkung zeigen und die Viruslast reduzieren.

Der Antikörper „LY-CoV555“ ist aus einer Zusammenarbeit mit Abcellera entstanden: Nachdem der Antikörper von Abcellera entdeckt und vom NIAID Vaccine Research Center getestet wurde, entwickelte Lilly ihn innerhalb von knapp drei Monaten weiter. Ursprünglich stammt er aus einer Blutprobe von einem genesenen Covid-Patienten. Es handelt sich dabei um einen neutralisierenden monoklonalen IgG1-Antikörper, der gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 gerichtet ist. Durch den Antikörper soll die Anhaftung des Virus und der Eintritt in menschliche Zellen blockiert werden.

Weniger Krankenhauseinweisungen

Eine Zwischenanalyse der Studie „Blaze-1“ zeigte nun eine verringerte Hospitalisierungsrate bei Patienten, die mit LY-CoV555 behandelt wurden. Der Antikörper wurde randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert zur ambulanten Therapie untersucht. Die Teilnehmer der Studie – alle mit leichten bis mittelschweren Verläufen – wurden in vier Gruppen (Placebo, 700 mg, 2800 mg und 7000 mg) unterteilt.

Primärer Endpunkt war eine Änderung der Viruslast am 11. Tag gegenüber dem Ausgangswert. Dieser wurde lediglich bei der höchsten Dosierung des Antikörpers erreicht. Auch weitere Endpunkte wurden positiv beeinflusst: So gingen die Krankenhauseinweisungen und Notarztbesuche aufgrund einer Covid-Erkrankung unter der Behandlung zurück. Bei der Placebogruppe mussten 6 Prozent eine solche Maßnahme in Anspruch nehmen, in den Verumgruppen waren es nur 1,7 Prozent verteilt auf alle Dosisstärken. Das entspricht einer Risikoreduktion von 72 Prozent. Die meisten Krankenhauseinweisungen erfolgten bei Patienten mit Grunderkrankungen und Risikofaktoren wie Alter oder BMI. Keiner der Teilnehmer musste mechanisch beatmet werden, außerdem zeigten sich keine Todesfälle – auch nicht in der Placebogruppe.

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