Kräutertrunk gegen Covid-19?

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Berlin - Auf der Suche nach einem Heilmittel für Covid-19 werden in Afrika vor allem pflanzliche und traditionelle Heilmittel in Erwägung gezogen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte das Vorgehen und die Suche nach pflanzlichen Heilmitteln unterstützen. Vor allem ein Kräutertrunk auf Beifuß-Basis ist in den Fokus gerückt.

Zusammen mit Experten des Afrikanischen Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention und der Kommission für soziale Angelegenheiten der Afrikanischen Union hat die WHO ein Protokoll für klinische Versuche der Phase-III eines pflanzlichen Arzneimittels für Covid-19 genehmigt. „Klinische Studien der Phase-III sind unerlässlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit eines neuen medizinischen Produkts vollständig zu bewerten“, begründen die Behörden. Wenn sich das traditionelle Mittel als sicher, wirksam und von gesicherter Qualität erweise, werde die WHO zudem eine groß angelegte und schnelle lokale Herstellung empfehlen.

Konkret geht es um den Kräutertrunk „Covid Organics“, der von der madagassischen Regierung vor einigen Monaten vorgestellt wurde. Madagaskars Präsident sieht den Trunk als die Lösung gegen Covid-19. Das Getränk beinhaltet unter anderem den traditionell angewendeten Beifuß (Artemisia annua), sowie Ravensara aromatica, ein Lorbeergewächs. Beide Pflanzen sollen das Immunsystem stärken können.

Traditionelle Heilpflanzen als Medizin

Artemisia annua enthält den Wirkstoff Artemisinin, welcher aus der Malaria-Behandlung bekannt ist. Die Pflanze wird zudem in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt: Sie soll gegen fiebrige Infekte helfen können. Während Artemisia annua vorwiegend in China wächst, ist in Afrika die Sorte Artemisia afra dominant und ein bekanntes Heilmittel, welches von den Bewohnern häufig sogar selbst angebaut und bei einer Erkältung als Tee verabreicht wird. Ravensara aromatica wird ebenfalls in der traditionellen Medizin Madagaskars eingesetzt. Der Pflanze werden unter anderem antivirale und expektorierende Wirkungen zugeschrieben. Für beide Pflanzen gibt es keine ausreichende klinische Evidenz – das könnte sich jedoch bald ändern.

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