Impfstoff-Forscher: Bereit für die Studie

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Berlin - Marburger Virologen bereiten gemeinsam mit Kollgen den nächsten Schritt bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus vor. „Wir sind jetzt in der Phase, dass wir finanziell und logistisch alles zusammenhaben, um die klinische Phase I zu starten“, sagte Professor Dr. Stephan Becker, der Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Marburg.

Becker und sein Team sind an der Entwicklung eines Impfstoffes beteiligt und arbeiten dafür am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung mit anderen Wissenschaftlern zusammen. Der Ansatz dabei: Sie nutzen bereits vorhandene Bausteine, sogenannte Impfstoff-Plattformen, um möglichst rasch zu einem Kandidaten gegen den Erreger Sars-CoV-2 zu gelangen.

„Wir haben uns ja schon länger auf das Thema Pandemie oder Ausbrüche von neuen Viren vorbereitet“, sagt der Virologe. „Wir haben in den letzten Jahren unsere Zusammenarbeiten schon darauf ausgerichtet, dass wir wirklich schnell sein können bei der Herstellung eines Impfstoffes. Wir haben auch den Eindruck, dass wir schnell sind.“

Allerdings: „In der öffentlichen Wahrnehmung ist das alles nicht schnell genug. Aber das geht nicht anders, Impfstoffe brauchen einfach ihre Zeit – und ich bin auch nicht bereit, Sicherheitsmaßnahmen zu drücken.“ Becker hatte bereits im Januar erläutert, dass bis zur Einsatzfähigkeit eines neuen Impfstoffes eineinhalb Jahre vergehen könnten.

Die Entwicklung eines Impfstoffes benötige eine bestimmte Zeit, weil sie in Stufen verlaufe, betont der Experte. „Diese Phasen lassen sich nicht beliebig verkürzen.“ Bei der Phase I der klinischen Prüfung geht es vor allem darum, mit wenigen gesunden Freiwilligen die Verträglichkeit eines Wirkstoffs sicherzustellen. BioNTech aus Mainz testet bereits seit Ende April einen Wirkstoff-Kandidaten im Rahmen einer PhaseI/II-Studie.

Dass sich Forscher und Unternehmen weltweit an der Suche beteiligen, hält der Marburger Wissenschaftler Becker für wichtig: „Wir brauchen eine relativ große Anzahl von Impfstoffansätzen und -kandidaten, um dann diejenigen herauszufischen, die am besten sind.“ Nach den ersten klinischen Tests würden auch eine ganze Reihe wegfallen. Mehrere Kandidaten seien auch deshalb wichtig, weil ein Hersteller allein nicht genügend Kapazitäten für die benötigten Mengen hätte.

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