Dass das Produkt auch bald im deutschen Online-Shop verfügbar sein wird, hält Sebastian Bayer, Geschäftsführer bei dm Deutschland, nicht für ausgeschlossen. Aktuell würden solche Angebote für Selbsttests geprüft werden. „Bislang gibt es jedoch für den deutschen Markt keinen Test, der die rechtlichen Anforderungen erfüllt, um von uns an unsere Kunden verkauft zu werden“, sagte Bayer gegenüber der Berliner Morgenpost. Der Drogeriemarkt wolle seiner „Verantwortung als kompetenter Anbieter von Gesundheitsprodukten gerecht werden“.

Das Prinzip ähnelt der Vorgehensweise anderer Anbieter, die unter Umgehung eines Arztbesuches einen Corona-Test anbieten wollen. Die Drogerie fungiert nur als Verkaufsplattform. Unternehmen wie Cerascreen verfolgen ähnliche Ansätze. Das Unternehmen ist bekannt für den Verkauf von selbst durchzuführenden Tests. Zu Sars-CoV-2 vertreibt das Unternehmen zwei verschiedene Tests. Zum einen bietet Cerascreen ebenfalls einen PCR-Test an. Hier muss der Kunde den Rachenabstrich selbst durchführen und das Stäbchen einschicken. Ebenfalls erhältlich ist ein Antikörpertest. Es handelt sich um einen zuverlässigen Bluttest nach der Elisa-Methode. Das Unternehmen betont, dass es sich um keinen Schnelltest handelt – der Kunde erhält kein Sofortergebnis. Die entnommene Blutprobe muss eingesendet werden. Die jeweiligen Ergebnisse sind ebenfalls online abrufbar. Die Preise: Der Test mittels PCR-Methode kostet 194 Euro, der Antikörpertest 69 Euro.

Nicht immer eignet sich die PCR-Methode zum Nachweis des Virus. Ein Rachenabstrich eignet sich nur im frühen Stadium der Infektion. Die Methode ist dann am zuverlässigsten, wenn der Betroffene selbst noch gar keine Symptome verspürt. Nach wenigen Tagen wandern die Viren den Rachen hinab in die unteren Atemwege – die PCR-Methode kann falsch-negativ ausfallen. Das Fazit einer Studie aus dem Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ von Forschern der Johns Hopkins University zum Thema PCR-Methode lautete Ende Mai wie folgt: „Ein negatives Ergebnis allein reiche nicht unbedingt aus, um eine Covid-19-Infektion auszuschließen.“ Die Wissenschaftler zeigten auch, dass der Zeitpunkt der Probenentnahme einen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Tests hat. In den ersten drei Tagen nach der Infektion war es so gut wie unmöglich, Viren vom Typ Sars- CoV-2 nachzuweisen. Die Forscher schlussfolgerten, dass so früh vorgenommene Tests unbrauchbar sind und dass ein Test 72 Stunden nach möglicher Infektion nicht durchgeführt werden müsste.

 

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