Corona-Impfstoff: Deutschland bislang ohne Kontingente

, Uhr

Berlin - Sobald ein Impfstoff gegen Corona vorliegt, da sind sich Experten sicher, beginnt der weltweite Verteilungskampf. Die Bundesregierung hat sich aber bislang keine Kontingente gesichert, wie aus einer Antwort des Bundesforschungsministerium (BMBF) hervorgeht. Zuerst hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) darüber berichtet.

„Die Bundesregierung hat sich im weltweiten Raum keine Kontingente für Impfstoffdosen gegen das Virus Sars-CoV-2 gesichert“, heißt es in einer Antwort des BMBF auf eine Anfrage der Grünen. Man stehe aber „im Austausch mit potentiellen Impfstoffanbietern, unter anderem zum Stand der klinischen Entwicklung und zu Produktionskapazitäten“. Erkenntnisse dazu, ob sich ausländische staatliche Agenturen oder Behörden bei in Deutschland ansässigen Unternehmen Kontingente an einem Impfstoff gesichert hätten oder darüber in Verhandlungen stünden, lägen nicht vor.

Der Bundestagsabgeordnete Danyal Bayaz, der die Anfrage gestellt hat, hält dies für „befremdlich“. „Wir dürfen hier nicht naiv sein“, sagte er der FAZ. „Der französische Konzern Sanofi hat uns im Grunde einen Gefallen getan, als er kürzlich auf den bevorzugten Zugriff der Vereinigten Staaten auf einen Impfstoff hingewiesen hat. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl an die EU, dass Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist.“ Es dürfe nicht sein, dass Deutschland und Europa Mittel zur Entwicklung eines Impfstoffs zur Verfügung stellten, die Vorteile aber von anderen Staaten exklusiv abgeschöpft würden, so Bayaz.

Im Sonderprogramm zur Entwicklung und Produktion des Impfstoffs, das vor kurzem beschlossen und mit einem Volumen von bis zu 750 Millionen Euro ausgestattet wurde, ist bislang keine Klausel geplant, die Förderung an die Bedingung zu koppeln, dass die Forschungsergebnisse zunächst Deutschland oder Europa zugutekommen sollen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Corona-Impfstoffe für Arztpraxen
AstraZeneca: Zwischenstopp in der Apotheke »
Ab Juni neuer Impfstoff?
Countdown bei Curevac »

Mehr aus Ressort

Ergebnisse sollen übermittelt werden
Spahn: Warnapp-Schnittstelle für Testzentren »
Apotheken testen bereits
500 Euro für Mitarbeitertests »
Weiteres
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Wachstum um ein Viertel
DocMorris beerdigt Apo-Rot»
Erst ab der 201. Lieferung 20 Cent pro Fahrt
Apomap: Botendienst-Software wird kostenlos»
Laschet wird Kanzlerkandidat
K-Frage: Söder gibt auf»
Entscheidung soll am Dienstag fallen
Laschet vs. Söder: Das Gerangel geht weiter»
„Irrsinn der Prioritätsignoranz“
Impfapotheker kritisiert Hausärzte»
Nur noch Zweitimpfungen in Impfzentren
Abschied von AstraZeneca»
Neue arbeitsrechtliche Fragen
Positiver Test als Kurzurlaub»
Testpflicht in Sachsen und Berlin
Laientests nur unter Aufsicht»
Benzodiazepine, Neuroleptika & Co.
Alkoholabusus: Behandlung oft Off-Label»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B