Zweite Vakzine besteht klinische Tests

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Berlin - Die Entwicklung von Impfstoffen gegen Sars-CoV-2 läuft auf Hochtouren. Nun konnte der zweite Kandidat die ersten klinischen Tests bestehen und gute Ergebnisse zeigen.

Der chinesische Impfstoff von Cansino Biologics ist bereits der zweite Kandidat, für den erste klinische Ergebnisse vorgestellt wurden. Sie wurden im Fachjournal „Lancet“ veröffentlicht. Bei dem Impfstoff wird ein genetisch modifiziertes Virus als Basis verwendet: Dazu wurde das ungefährliche Adenovirus Typ 5 (Ad5) mit dem Gen für das Spike-Protein von Sars-CoV-2 versehen. Ad5 ist im Körper nicht vermehrungsfähig, das Spike-Protein wird jedoch vom Körper als Eindringling erkannt, wodurch es zu einer Immunreaktion kommt, die schließlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen soll. Als Vorbild diente den Wissenschaftlern ein ähnlicher Impfstoff, den sie vor etwa fünf Jahren gegen Ebola entwickelt hatten.

Start der klinischen Testung im März

Im März hatte die klinische Phase-I-Studie begonnen: 108 Probanden wurden dabei mit ad5-nCoV geimpft. Voraussetzung für die Teilnahme war ein negativer Antikörper-Test. Außerdem wurden die Geimpften nach der Injektion für 14 Tage in Quarantäne gesetzt, um eine konkurrierende Infektion mit Sars-CoV-2 zu verhindern. Die Impfungen wurden in drei unterschiedlichen Stärken verabreicht – alle waren den Forschern zufolge gut verträglich. Es kam in den darauffolgenden 28 Tagen zu keinen schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen, lediglich leichte bis mittelschwere Reaktionen wie Schmerzen an der Injektionsstelle (54%), Fieber (46%), Müdigkeit (44%), sowie Kopf- und Muskelschmerzen (39 und 17%) waren häufig. Da es unter der höchsten Dosierung vereinzelt auch zu schwereren Reaktionen wie Dyspnoe kam, sollen in der folgenden Phase-II-Studie nur die beiden niedrigeren Stärken weiter getestet werden.

14 Tage nach der Impfung folgten die ersten Untersuchungen: Bereits zu diesem Zeitpunkt waren bei den meisten Probanden Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisbar. Nach 28 Tagen hatte sich der Titer bei Verabreichung der niedrigen Dosierung bei 97 Prozent der Teilnehmer vervierfacht, bei der mittleren Dosierung waren es 94 Prozent der Probanden. Bei 50 Prozent der Geimpften konnte zudem ein entsprechender Anstieg der protektiven Antikörper gezeigt werden. Die Forscher sind daher von ihrem Kandidaten überzeugt.

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