Herstellanweisungen via Homeoffice

Corona fordert die Rezeptur-PTA Alexandra Negt, 25.03.2020 09:58 Uhr

„Einige Rohstoffe sind jetzt schon nicht lieferbar.“

Tabea Schulz steht nicht nur bei der Bestellung von Alkohol vor einem Problem. Auch weitere Wirk- und Hilfsstoffe sind nicht lieferbar. „Es ist nicht mal mehr der 5-Kilo-Eimer Paracetamol lieferbar“, klagt die PTA, die aktuell noch genügend Mengen des Analgetikums als Rezeptursubstanz vorrätig hat. Doch auch bei anderen Substanzen zeichnet sich ein Lieferengpass ab, so beispielsweise bei Glycerin. Der Stoff ist Teil der Desinfektionsmittel-Rezepturen und deshalb wohl stärker nachgefragt, mutmaßt Schulz. Sie verweist darauf, dass der Stoff aber auch in zahlreichen Pflegecremes enthalten ist und auch als Anreibemittel verwendet wird – hier muss sie dann auf Alternativen ausweichen.

Auf die Frage, ob die Apotheke sich speziell auf kommende Lieferengpässe vorbereitet hat, antwortet sie: „Hamsterkäufe haben wir bei uns in der Apotheke nicht getätigt. Unsere Rezeptur ist gut aufgestellt und breit gefächert. Somit haben wir immer einen Grundbestand beispielsweise an Paracetamol oder Progesteron. Sollte es in oder nach der Corona-Krise zu Lieferengpässen kommen, können wir selbstverständlich Paracetamol-Zäpfchen für Säuglinge selbst herstellen.“ Tabea überprüft ihre Bestände regelmäßig und versucht, immer eine große Bandbreite an Arzneistoffen vorrätig zu haben. „Wir versuchen, für den Kunden alles möglich zu machen, doch auch wir können nur das herstellen, was wir bekommen. Einzelne Arzneistoffe kann ich eben schon kaum noch bestellen.“

„Cannabis ist ein großer Teil unserer Rezeptur“

Tabea ist mittlerweile ein Profi in Sachen cannabishaltige Rezepturen. Die Apotheke, in der sie arbeitet, hat sich in den vergangenen drei Jahren immer weiter auf Cannabis spezialisiert. Am Anfang war das Neuland für die PTA, nun stellt sie jeden Tag routiniert Cannabisextrakte her, füllt Blüten ab und prüft sie im Rahmen der Identitätsprüfung. „An einem durchschnittlichen Tag stellen wir 15 Rezepturen her, davon entfallen 10 auf cannabishaltige Zubereitungen. Ansonsten stellen wir noch viele Dermatika, Suspensionen und Kapseln her. Die reinen Cannabis-Abfüllungen sind in den 15 Rezepturen nicht mit einberechnet.“ Seit einigen Wochen steigt die Anzahl an Cannabisrezepturen. Im normalen Betrieb kümmern sich immer ein bis zwei Angestellte nur um das Thema Cannabis, erzählt Tabea, vom Wareneingang, über die Herstellung, bis hin zur Dokumentation. Nun sind die Teams knapper besetzt. Auch hier könne man einige Arbeiten ins Homeoffice verlegen, beispielsweise die Planung der Botendienste.

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