PKA näht Masken für Spendenaktion

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Berlin -

Nicole Bohl aus der Bezirksapotheke in Berlin-Friedrichshain arbeitet aktuell auch von zu Hause aus. Doch anders als vielleicht vermutet, dreht es sich dabei nicht um Lieferscheine und Großhandelskonditionen, sondern um Atemschutz. Die PKA näht zusammen mit drei weiteren Kollegen Community-Masken für die Kunden – und für den Verein „Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin“. Denn für jede verkaufte Maske spendet die Apotheke eine weitere an die Gruppe. Bohl hat für jeden die passende Maske – auch für Kinder.

„Es war einfach so schwierig an Masken zu kommen, da mussten wir einfach selbst anfangen zu nähen“, berichtet Nicole Bohl, die als PKA in der Bezirksapotheke Friedrichshain in Berlin arbeitet. Sie erinnert sich an die ersten Wochen, nachdem die Infektionszahlen drastisch anstiegen. „Zunächst war nur Desinfektionsmittel knapp, dann auch Masken.“ Als kaufmännische Angetsellte ärgert sie sich vor allem über die aktuellen Einkaufspreise: „So viel wie jetzt haben wir für einige Artikel noch nie bezahlt.“ Um der Nachfrage nach Masken nachzukommen fing sie an zu nähen, zunächst nur in ihrer Freizeit und zunächst nur für das Team. Dann kam die Idee, dass man die DIY-Masken auch für die Kunden bereitstellen könnte – natürlich im größeren Stil.

„Zusammen mit unserem anderen Standort am Alexanderplatz haben wir uns über die Möglichkeiten der Produktion abgestimmt“, erzählt Bohl. Das gesamte Team arbeitet bereits seit längerem in zwei Teams mit einstündiger Mittagspause für eine angemessene Übergabe. In dieser Zeit wird die Offizin gereinigt und desinfiziert. Bohl arbeitet häufig im ersten Team und hat dann mittags Feierabend – vorerst, denn zu Hause arbeitet sie dann weiter. „Zehn Masken versuche ich aktuell in der Woche neben der regulären Arbeitszeit zu nähen. Für die aufwendigeren Modelle mit Nasenclip oder Tasche für Einlegevlies benötige ich eine Stunde. Andere Modelle sind natürlich zügiger genäht.“ Doch die PKA wollte von Anfang an verschiedene Masken anbieten. „Nicht jede Maske passt zu jedem Gesicht“, berichtet sie aus Erfahrung, „die Gummis haben natürlich eine gewisse Zugkraft, je nachdem wie empfindlich die Haut des Trägers ist, kann es sein, dass sich ein Modell mit Bändern zum Knoten eher eignet.“ Mit der Zeit hat Bohl mit ihren drei Kollegen alle Schnittmuster überarbeitet und optimiert.

Angenehme Masken zu verkaufen reichte dem Team aber noch nicht aus und so entschieden sie sich gemeinsam mit der Chefin für jede verkaufte Maske ein weitere an den Verein „Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin“ zu spenden. Die Bezirksapotheke engagiert sich seit längerem für Gruppen und Vereine, die sich mit den Thema Drogenabhängigkeit auseinandersetzen. „Der Verein hatte uns mitgeteilt, dass Beratungstermine und Treffen nicht stattfinden konnten, da Masken fehlten. Da wollten wir einfach helfen.“ Der Verein hat rund 170 Mitarbeiter. Die Hauptaufgabe besteht in der Beratung von drogenabhängigen Menschen. Bei Bedarf helfen die Mitarbeiter auch bei der Vermittlung von weiterführenden Hilfsangeboten. Es gibt auch Angebote für Eltern, die drogenkonsumierende Kinder zu Hause haben und sich alleine nicht zu helfen wissen. Damit die Beratungstermine weiterhin wie gewohnt stattfinden können, muss auch hier die Maskenpflicht eingehalten werden.

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