Karneval: Spenden statt Kamelle

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Berlin -

Der Karneval blieb in diesem Jahr weitestgehend aus. In Köln startete die Stattgarde dafür unter dem Motto „Spenden statt Kamelle“ eine Aktion, an der man sich beteiligen konnte. Für Apotheker Erik Tenberken war schnell klar, welche Organisation die Spendensumme der Birken-Apotheke erhalten sollte.

Normalerweise herrscht an den „jecken“ Tagen Ausnahmezustand in der Karnevalshochburg Köln. Doch in diesem Jahr sollte aufgrund der Pandemie alles anders sein. Viele Apotheken hatten sogar am sonst heiligen Rosenmontag die Türen geöffnet – von Karneval, Kamelle und Kostümen keine Spur. „Es war alles sehr merkwürdig in diesem Jahr“, meint auch Tenberken. Die Birken-Apotheke blieb jedoch, wie auch die umliegenden Arztpraxen, geschlossen. „Ich sehe das als einen Regenerationstag für meine Mitarbeiter“, erklärt der Apotheker.

Er selbst ist Mitglied der Stattgarde Köln, daher stand für ihn von Anfang an fest, sich an der Spendenaktion zu beteiligen. Dafür wurde eine Plakatwand angemietet, welche in Kacheln eingeteilt wurde. Jedes Feld konnte dann ersteigert und für einen guten Zweck genutzt werden. Von der Birken-Apotheke flossen 2000 Euro in die Aidshilfe Köln.

Bereits zum Welt-Aids-Tag hatte sich Tenberken für den Verein eingesetzt: 35.000 Euro wurden in die Ausstattung der neuen Räumlichkeiten des Checkpoints in der Pipinstraße gesteckt. In der Apotheke selbst wurden Soli-Bären und Aidsschleifen gegen eine Spende verkauft. Der komplette Erlös ging ebenfalls an die Aidshilfe Köln.

Für Tenberken ist die Unterstützung der Aids-Patienten enorm wichtig. Grade durch die Pandemie seien sie in eine noch schlimmere Lage gerutscht: So sei beispielsweise die Arbeit der Aidshilfe durch Corona extrem erschwert worden. „Menschen mit Aids erleben zudem noch mehr Stigmatisierung und Ausgrenzung – das treibt sie oft in die Einsamkeit“, erläutert der Apotheker. Die Folge seien beispielsweise Depressionen und andere psychische Erkrankungen, die zusätzlich belasten. Zwar sei auch die Apotheke durch die Pandemie besonders gefordert worden – „eigentlich müssen wir aber froh sein, dass wir arbeiten können und dadurch weiterhin soziale Kontakte haben“, findet Tenberken.

 

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