Herstellanweisungen via Homeoffice

Corona fordert die Rezeptur-PTA Alexandra Negt, 25.03.2020 09:58 Uhr

Berlin - Die Corona-Krise verlangt den Apotheken viel ab, doch nicht nur in der Offizin kommt es zu einem erhöhten Arbeitsaufwand, auch in der Rezeptur nehmen die patientenindividuellen Verordnungen zu. Das Arbeiten in festen und voneinander getrennten Teams minimiert die Besetzung auf ein Minimum. Den Herausforderungen stellt sich auch PTA Tabea Schulz. Sie arbeitet in der BezirksApotheke am Berliner Alexanderplatz, wo trotz Ausgangsbeschränkungen weiterhin viele Passanten zu beobachten sind.

„Die Corona-Krise stellt uns vor neue Herausforderungen“

Wenn Tabea Schulz aktuell zur Arbeit kommt, erwartet sie eine lange Liste an Aufgaben. Neben den alltäglichen Rezepturen stellt sie in der BezirksApotheke nun auch Desinfektionsmittel her. Seit Beginn der Corona-Krise arbeitet sie größtenteils alleine. Die Einteilung in feste Teams macht es nicht mehr möglich, spontan auf die anfallende Arbeitslast zu reagieren. „Sonst haben zwei bis drei PTA für acht Stunden in der Rezeptur gearbeitet. Nun sind es ein bis zwei PTA für maximal fünf Stunden. Das Arbeiten in Schichten gibt nicht mehr her.“ In dieser Zeit versucht Tabea, die eigentliche Herstellung aller anfallenden Rezepturen zu erledigen. Alles, was sie auch außerhalb der Apotheke erledigen kann, nimmt sie aktuell mit ins Homeoffice. „Die Einteilung in Schichten führt dazu, dass ich an manchen Tagen so viel Arbeit habe, dass ich das, was ich ausgliedern kann, von zu Hause aus mache.“

„Wir sind unglaublich flexibel“

Seit Anfang März dürfen Apotheken offiziell Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion selbst herstellen. Die Ausnahmegenehmigung gilt vorerst bis Mitte September. Die BezirksApotheke hat schnell reagiert und Ausgangsstoffe bestellt. „Jetzt zeigt sich, was die Vor-Ort-Apotheke ausmacht. Schaut doch mal, wie flexibel wir sind: Ab Tag 1 nach der neuen Regelung konnten wir Desinfektionsmittel herstellen und liefern beziehungsweise verkaufen.“

Das eigens hergestellte Desinfektionsmittel wird von den Kunden gut angenommen, die Flaschen der ersten Produktion sind bereits alle verkauft worden, nun wartet Schulz auf die nächste Warenlieferung: „Bislang haben wir 75 Liter Desinfektionsmittel hergestellt, aber das ist noch lange nicht das Ende. Aktuell warten wir auf die neue Rohstoff-Lieferung, dann können wieder über 85 Liter Desinfektionsmittel produziert werden.“ Für den Kunden in der Apotheke wird die Lösung zu 100 ml abgefüllt. Die Beschaffung von Alkohol oder auch Glycerin wird immer schwieriger: „Aktuell schaue ich jeden Tag, wo ich Isopropanol oder auch Glycerin beziehen kann.“ Die Verfügbarkeitsabfragen und telefonischen Anfragen beim Hersteller kosten zusätzlich Zeit.

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