Erst halbtags, dann in Quarantäne

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Berlin - Nicole Henneberg und ihr Sohn Sebastian sind in Quarantäne. Die Mutter dachte direkt daran, dass sie sich in der Apotheke infiziert haben müsste, immerhin arbeitet die PTA dort Tag für Tag mit zahlreichen Menschen. Trotz Plexiglas und Mundschutz hielt sie eine Infektion für möglich. Doch nicht sie, sondern ihr Sohn war die „kritische Kontaktperson“. Seit zehn Tagen befindet sie sich in Quarantäne – die Kita bleibt geschlossen.

Letzte Woche Freitag kam er – der Anruf vom Gesundheitsamt. „Als PTA habe man ja des Öfteren über diesen Fall nachgedacht“, so berichtet Nicole Henneberg, „in der Apotheke sind wir nun mal einem höheren Risiko ausgesetzt.“ Umso überraschter war die zweifache Mutter als sie erfuhr, dass nicht sie, sondern ihr Sohn möglicherweise infiziert sei. In der Kita des sechsjährigen Sebastians wurde ein Kind positiv getestet. Folglich kam es zur Schließung der Kita. Das Kind hatte sich vermutlich über seinen Vater angesteckt und die Quarantäne-Kette in Gang gesetzt. Henneberg befindet sich am Ende ihrer Quarantäne. „Samstag um 24 Uhr können wir wieder raus“, freut sie sich. Ihre kreative Ader habe sie nun auch ausgeschöpft und berichtet von stundenlangen Basteleinheiten und dem kreativen gestalten von Steinen. „Kein Fahrradfahren, kein Spielplatz – für das Kind ist die Quarantäne ähnlich wie ein Gefängnis.“ Die Mutter ist froh, dass die kommende Woche ein wenig geregelter wird – auch wenn dann für Sohn Sebastian die Ferien folgen.

Anfang  Juli wurde ein Kind der Halbstädter Kindertagesstätte „Regenbogen“ positiv auf Corona getestet. „Danach ging alles recht schnell“, erinnert sich die Mutter. „Sebastian musste nach Hause und ich auch. Ich musste ihn ja beaufsichtigen und zunächst wusste ja auch keiner was mit mir ist.“ Ihrer Chefin sagte sie schnell bescheid. Vom Dienst wurde sie zunächst freigestellt. Kollegen und Freunde wartetetn gespannt auf den ersten Abstrich des Sohnes. „Dieser war zum Glück negativ. Somit musste ich mich auch nicht testen lassen. Auch alle anderen Kinder der Kita wurden negativ getestet, es wurde also schnell genug reagiert.“ Doch für ihren Sohn ist es der Abstrich kein einmaliges Erlebnis: „Um sicher zu gehen, dass mein Sohn negativ ist, muss der Rachen-Nasenabstrich erneut durchgeführt werden.“ Angenehm sei die Probenname nicht. „Allein das Zuschauen war unangenehm, da glaube ich kaum, dass man diesen Test als Laie fachgerecht zu Hause durchführen kann.“ Die PTA spricht die bestellbaren PCR-Tests zur Selbstdurchführung an.

Auf die Frage hin, ob ihr Sohn das Geschehen wirklich greifen kann antwortet sie: „Er kann sehr akribisch alle Regeln und Vorsichtmaßnahmen wiedergeben, da spielt er wirklich „Dr. Corona“ aber beim Thema Quarantäne war die Grenze erreicht. Er versteht nicht, weshalb er vor der Tür nicht Fahrrad fahren darf, wenn genau in dem Moment kein Passant zu sehen ist. Auch die anderen Kinder fehlen natürlich. Ich als Mutter kann da noch so viel mit ihm basteln – irgendwann will er raus. Um sicherzustellen, dass die Infektionskette wirksam unterbrochen wird, müssen alle Personen, die möglicherweise betroffen sind, in Isolation. „Mit mir befinden sich also mehr als 100 Personen in Quarantäne.“ Henneberg ist froh, dass ihr Sohn gesund ist, so könne sie die Zeit zumindest kreativ verbringen. Und eins habe die alleinerziehende Mutter hat in den knapp zwei Wochen eines gelernt: „Kreativ sein ist alles.“ Und ein wenig Unterstützung der Eltern gibt sie zu.

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