Helgoland: Apotheker darf Flugzeug chartern

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Berlin - Seit zwei Monaten ist es sehr ruhig geworden auf Helgoland. Seit dem Shutdown der Bundesregierung kommen keine Touristen mehr auf die rote Steininsel in der Nordsee. „Ich habe 60 Prozent meiner Kunden verloren“, berichtet Apotheker Carsten Hase von der Insel-Apotheke. An normalen Tagen kommen auch im Winter viele Tagesgäste nach Helgoland. Ab nächster Woche hofft Hase wieder auf mehr Betrieb. Dann fallen in Schleswig-Holstein die Reisebeschränkungen.

Seit März ist der Fährverkehr nach Helgoland stark eingeschränkt. Nur noch zweimal die Woche legt ein Schiff vom Festland an. Touristen bringt es keine, aber für Hase kommt damit der Arzneimittelnachschub: „Seit dem Shut-down muss ich meinen Arzneimittelvorrat viel besser planen“, so der Apotheker. Er hat sein Lager hochgefahren – um 40 Prozent, um die 1400 Inselbewohner zu versorgen. Genügend Raum sei dafür in seiner Apotheke vorhanden.

Sollte es einmal einen medizinischen Notfall auf Helgoland geben und dringend ein Arzneimittel herbeigeschafft werden müssen, hat Hase mit der Gemeinde einen Deal gemacht: Für 1200 Euro darf er dann ein Kleinflugzeug chartern und das Arzneimittel auf die Insel fliegen lassen. Die Kosten trägt die Gemeindekasse. Vorgekommen ist das bisher nicht. Vermutlich wird das auch künftig nicht erforderlich sein. Denn ab nächster Woche lockert Schleswig-Holstein die Reisebeschränkungen. Hotels dürfen wieder öffnen und die Fähren wieder Helgoland anlaufen.

Die Reederei hat bereits angekündigt, die Insel montags, mittwochs und freitags anzufahren. Und aus Hamburg hofft Hase auf den Katamaran mit 800 Personen Kapazität. Wie viele Gäste aber tatsächlich kommen, weiß Apotheker Hase nicht. Denn das Kleingedruckte der Lockerungsbestimmungen ist noch nicht bekannt: Wie viele Gäste können die Fähren aufgrund der Abstandregeln aufnehmen? Lohnt sich dann der Fährverkehr überhaupt? Auch die Hotelbetreiber auf Helgoland wissen noch nicht, wie viele Betten sie belegen dürfen, wie sie mit den Abstandsregeln umgehen müssen. Die Verordnung mit allen Details der Lockerungen soll erst am Samstag kommen. Ab Montag darf geöffnet werden – viel Zeit bleibt also nicht.

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