Fachkräftemangel

Notdienstvermittlung für PTA Nadine Tröbitscher, 27.07.2020 10:34 Uhr

Berlin - Gülcan Ergül ist PTA aus Leidenschaft. Seit sieben Jahren steht sie Kunden in öffentlichen Apotheken mit Rat und Tat zur Seite. Gülcan ist eine von mehr als 64.000 PTA, von denen es zu wenige gibt. Denn in Deutschland herrscht Fachkräftemangel und den bekommen Apotheken vor allem an den Wochenenden zu spüren. Ist in der Apotheke Not am Mann, kann Gülcans Angebot die Rettung sein, denn die PTA vermittelt über das Projekt „NotdienstPTA“ Vertretungseinsätze.

PTA haben für Gülcan einen sehr hohen Stellenwert in der Apotheke. „Ich möchte nicht sagen, ohne uns läuft nichts, aber der Satz kommt der Realität schon am nächsten“, schmunzelt die PTA. „Wir sind im Labor, der Rezeptur, der Beratung und manchmal auch als PKA tätig. Unser Aufgabenbereich bezieht sich auf den gesamten Apothekenbereich.“

Seit sieben Jahren arbeitet Gülcan in der öffentlichen Apotheke und liebt ihren Beruf. „Das Gefühl nach einem Beratungsgespräch, etwas Gutes bewirkt zu haben, insbesondere dann, wenn der Kunde noch sein Feedback gibt, gefällt mir am meisten an meinem Beruf. Die Abwechslung und Individualität der Gespräche machen den Beruf so aufregend“, schwärmt Gülcan. „Als PTA trägt man dazu bei, dass der Kunde einen gesünderen, besseren Lebensstil entwickelt. Manchmal äußern wir Dinge und bewegen die Patienten zu einem Verhalten, das sie ohne unsere Beratung nicht umsetzen würden. Somit wird man unvergesslich – und zwar jedes Mal, wenn der Kunde von seinem Erfolg spricht. Denn dann erinnert er sich an uns.“

PTA dringend gesucht

PTA werden händeringend gesucht. Über den Fachkräftemangel kann Gülcan einiges berichten. „Wir haben ein Problem mit dem Nachwuchs. Es fängt schon bei der Ausbildung an“, weiß Gülcan. Nicht jeder könne sich die Ausbildung leisten, das Gehalt biete ebenfalls keinen Anreiz und der Beruf sei zu wenig bekannt. „Die Schulen befinden sich in größeren Städten im Umfeld, die Erreichbarkeit ist schwierig. Hinzu kommt, dass Schulen schließen.“ Das führe dazu, dass in einem Gebiet im Umkreis von 50 km keine Fachkraft mehr ausgebildet werde. „Wenn dieser Zustand die nächsten 100 Jahre bestehen bleibt, stirbt der Beruf der PTA dort aus. Klingt sehr weit hergeholt“, gibt Gülcan zu. „Dennoch sind wir verpflichtet, nach vorn zu schauen, wenn wir eine Besserung, eine Veränderung bezwecken wollen.“

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