ApoRetro – Der satirische Wochenrückblick

Was Spahn übersehen hat Alexander Müller, 17.11.2018 08:01 Uhr

Berlin - Ob Bottrop, Valsartan oder Lunapharm – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat auf alles eine Antwort. Mit seinem GSAV möchte er – dafür steht das Akronym – mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung schaffen. Natürlich weiß der Minister, dass das ein Fass ohne Boden ist: „Wo kriminelle Energie unterwegs ist, wird es möglicherweise immer wieder auch entsprechendes Handeln geben“, prophezeite er düster. Aber auch im aktuellen Entwurf wäre in Sachen Arzneimittelsicherheit noch der ein oder andere Punkt zu ergänzen.

Zum GSAV hat das Ministerium eine Übersicht zusammengestellt. Die jüngsten Arzneimittelskandale werden systematisch durchgeackert: Was ist passiert? Wo ist das Problem? Was sind die Konsequenzen? Beispiel Bottrop: Es wurden Krebsmedikamente gepantscht (die Urteilsgründe liegen inzwischen vor). Das Problem liegt laut BMG in der fehlenden Trennung von Herstellung und Preisverhandlung auf Apothekenebene sowie den falschen ökonomischen Anreizen. Und die Lösung: Eine pauschale Vergütung, Erstattung der Einkaufspreise und unangemeldete Kontrollen in Zyto-Apotheken.

Wie wäre es ergänzend zum Beispiel mit: Was ist passiert? Versandapotheken verschicken temperaturempfindliche Arzneimittel bei jedem Wind und Wetter in nicht klimatisierten Blechdosen. Wo ist das Problem? Die strengen GDP-Vorgaben gelten im Versandhandel nicht. Für die Stabilität der Wirkstoffe und die Wirksamkeit der Arzneimittel kann niemand mehr garantieren. Was sind die Konsequenzen? Versandapotheken müssen künftig gewährleisten, dass sie Medikamente gemäß den Vorgaben der Hersteller zum Endkunden transportieren.

Oder: Was ist passiert? Krankenkassen retaxieren Apotheken aufgrund formaler Ungenauigkeiten auf dem Rezept. Was ist das Problem? Der Rahmenvertrag lässt so einen Blödsinn zu, weil sich früher niemand vorstellen konnte, dass Vertragspartner so miteinander umgehen. Es kann zu Verzögerungen in der Arzneimttelversorgung kommen, weil der Patient sich ein neues Rezept besorgen muss. Was sind die Konsequenzen? Der Rahmenvertrag wird angepasst. Und für jede zu Unrecht erfolgte Retaxation müssen die Kassen einen Versicherten abgeben und der betroffenen Apotheke Blumen schicken. Man darf ja noch träumen.

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