Der letzte PKA-Azubi

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Berlin - Der Beruf des pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) ist vom Aussterben bedroht – zumindest in Thüringen. Nur ein einziger Auszubildender ist derzeit in dem Freistaat gemeldet. Für den Unterricht muss Felix Bornkessel seit 2010 in die Berufsschule ins bayerische Bamberg fahren. In der Krankenhausapotheke der Medinos-Klinik Sonneberg ist der 19-Jährige angestellt. 2006 hatte das Kultusministerium beschlossen, dass die Berufsausbildung abwechselnd an zwei Schulen stattfinden sollte; mittlerweile gibt es gar keine PKA-Ausbildung mehr. APOTHEKE ADHOC sprach mit Bornkessel, wieso der Beruf so unattrakiv geworden ist und wieso er trotzdem ein PKA werden will.

ADHOC: Wieso sind Sie der einzige PKA in Thüringen?
BORNKESSEL: In Apotheken ersetzen zunehmend Pharmazeutisch technische Assistenten (PTA) die Arbeit der PKA. Durch die schulische Ausbildung ist es auch für die Apotheken günstiger PTA einzustellen. Außerdem dürfen PTA mehr Aufgaben in der Apotheke übernehmen. Dadurch wird der Beruf des PKA immer unattraktiver.

ADHOC: Wie sieht die Situation in Bayern aus?
BORNKESSEL: Auch in Bayern ist der Rückgang der Auszubildenden deutlich zu spüren: In diesem Jahr läuft die letzte reine PKA-Klasse aus. Die Schüler der unteren Klassen werden bereits zusammen mit den angehenden Kaufmännern zum Einzelhandel ausgebildet.

ADHOC: Wieso haben Sie sich entschlossen, PKA zu werden?
BORNKESSEL: Für mich gab es zwei Möglichkeiten: PKA oder Kaufmann im Gesundheitswesen. Nach einem einwöchigen Praktikum in einer Krankenhausapotheke habe ich mich entschieden: Mir macht die Arbeit mit Medikamenten viel Spaß. Besonders gefällt mir, dass man auch lernt, für welche Krankheit welches Medikament ist. Eine PTA-Ausbildung kam für mich nicht in Frage, da für mich die schulische Ausbildung zu kostspielig war und mir die Praxis gefehlt hätte.

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