Selbstmedikation

OTC-Switches: Tops und Flops Nadine Tröbitscher, 29.12.2017 07:59 Uhr

Berlin - Der Switch von Rx auf OTC bietet den Apotheken nicht nur neue Indikationsfelder für die Selbstmedikation, sondern auch Potential für Umsatzwachstum. Doch nicht jeder Switch der vergangenen Jahre wurde zu einem Kassenschlager. Die Tops und Flops nach Zahlen von Iqvia.

In den vergangenen neun Jahren wurden zahlreiche Wirkstoffe in Deutschland aus der Verschreibungspflicht entlassen. Zu den bedeutendsten Arzneistoffen zählen laut Iqvia Orlistat, die Protonenpumpenhemmer Pantoprazol, Omeprazol und Esomeprazol sowie die Notfallkontrazeptiva Ulipristal und Levonorgestrel und die Glucocorticoide Mometason und Fluticason. Die jüngsten sind Ibuprofen als Schmerzpflaster und die Kombination aus Hydrocortison und Aciclovir zur Behandlung von Lippenherpes.

Jedoch haben nicht alle Wirkstoffe die Erwartungen erfüllen können. Der Hoffnungsträger Orlistat konnte die Umsatzziele beispielsweise nichterreichen. Nach einem kurzen Hoch folgten bald Umsatzeinbruch und Ernüchterung. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte den Wirkstoff Ende 2008 in einer Dosierung von 60 Milligramm aus der Rezeptpflicht entlassen. GlaxoSmithKline (GSK) hatte mit Roche als Anbieter des rezeptpflichtigen Orignalpräparats Xenical mit 120 Milligramm im Februar 2007 eine Lizenzvereinbarung getroffen. Im April 2009 kam Alli auf den Markt und durfte nur bei einem BMI von mehr als 28 abgegeben werden. Erst zwei Jahre später, Ende 2011, folgten die ersten Generika. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Euphorie längst verflogen. Die Nachfrage stieg trotz der günstigeren Preise nicht.

Die Einführungsphase war dank zahlreicher Werbemaßnahmen in Print und Fernsehen erfolgreich. Laut Iqvia wurde im Folgemonat der Einführung der höchste Umsatz erreicht, doch bereits im Juni gingen die Umsätze zurück. Im Dezember konnte nur noch ein Drittel des Umsatzes vom Mai erreicht werden. Im gesamten Jahr 2009 wurden etwa 400.000 Packungen abgegeben, im Jahr 2017 jedoch nur noch knapp 120.000 Packungen. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren – Nebenwirkungen oder Indikationsbeschränkungen könnten dazu beigetragen hab

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