OTC-Switches

Neuseeland: Paradies für Apotheker Nadine Tröbitscher, 11.01.2018 12:34 Uhr

Berlin - Neuseeland ist das Land der glücklichen Apotheker. Denn während hierzulande der Berufsstand unter immer mehr Bürokratie leidet, haben sich die Kollegen am anderen Ende der Welt ein neues Selbstbewusstsein erarbeitet. In keiner anderen Region wurden in den vergangenen zehn Jahren so viele Wirkstoffe aus der Verschreibungspflicht in die Verantwortung der Pharmazeuten entlassen. Auch Ärzte und Patienten profitieren. Im Fall von Sildenafil wurde auch der illegale Handel eingedämmt.

Seit 2001 können Apotheker die „Pille danach“ ohne Rezept abgeben. Davor waren OTC-Switches kaum ein Thema, doch die Erfahrungen mit den Notfallkontrazeptiva waren für die Fachkreise ein Anlass, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Seitdem wurden zahlreiche Wirkstoffe aus der Verschreibungspflicht entlassen; sie dürfen allerdings nur durch Approbierte abgegeben werden, die sich vorab entsprechend fortbilden müssen. Auch ein umfangreiches Beratungsgespräch auf der Grundlage eines definierten Fragenkatalogs ist Pflicht. Selbst Impfungen sind mittlerweile in der Apotheke möglich.

Das Mehr an Service und Selbstbewusstsein haben die Apotheker nicht zuletzt Dr. Natalie Gauld zu verdanken, die von 2004 bis 2009 als Vertreterin der Apotheker im Sachverständigenausschuss saß und an zahlreichen OTC-Switches beteiligt war. „Vor dem Switch standen Apotheker unter Druck, es gab für sie nichts Neues. Mit den Entlassungen aus der Verschreibungspflicht können sie mehr Service bieten und haben wieder Selbstvertrauen erlangt“, beschreibt sie den Wandel. „Außerdem hat sich der Kontakt zu den Ärzten und Patienten verbessert.“

Gauld ist selbst Apothekerin und freut sich, dass ihre Kollegen die Vorteile und Freiheiten erkannt haben. Ihrer Meinung nach profitieren alle Beteiligten: Patienten und Ärzte sparten Zeit. Die Apotheker wiederum können sich als Anlaufstelle in Gesundheitsfragen profilieren – und nebenbei auch noch ein zusätzliches Geschäft machen. Bei Sildenafil etwa wird zusätzlich zum Preis des Arzneimittels eine Beratungsgebühr von umgerechnet etwa 20 Euro fällig, ein Betrag, der mehr als nur symbolischer Natur i

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