OTC-Switches

Frischblut für die Selbstmedikation Nadine Tröbitscher, 07.06.2017 09:18 Uhr

Berlin - Was darf in die Sichtwahl, was bleibt im Schub? Will man die Erfolgsaussichten von OTC-Switches beurteilen, müssen unterschiedliche Aspekte berücksichtigt und die wichtigsten Fachgruppen befragt werden. Zu Wort kamen auf einer Konferenz des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) Vertreter aus Politik, Pharmaindustrie und Apothekerschaft. Die „Queen of Switch“ – Dr. Natalie Gauld aus Neuseeland – schilderte eindrucksvoll die Bilderbucherfolge in ihrem Land. Denn hier profitiert auch die Industrie von drei Jahren Exklusivität – eine Wunschvorstellung für deutsche Unternehmen.

Ein OTC-Switch könne frisches Blut für die Selbstmedikation sein und moderne Therapieansätze bieten, so Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft des BAH. Zudem könnten Switches die Apothekenpflicht sichern. Er steht der Entlassung von Wirkstoffen aus der Verschreibungspflicht positiv gegenüber und betont, wie verantwortungsvoll in der Vergangenheit mit dem Thema umgegangen wurde: In den letzten 16 Jahren musste kein einziger Switch zurückgenommen werden. In Deutschland sieht Kroth noch Luft nach oben, denn mehr Stoffe könnten mehr Tiefe für die Therapie eines Indikationsgebietes liefern. Auf der anderen Seite könnten Switches für mehr Breite sorgen, wenn sich neue Indikationen in der Selbstmedikation erschließen könnten.

Vorreiter und womöglich Vorbild ist Neuseeland. Dr. Natalie Gauld ist seit mehr als 20 Jahren auf dem Gebiet aktiv, forscht und liefert neue Daten. Gauld ist Board Member of the Pharmaceutical Society of New Zealand und hat zehn bahnbrechende Projekte begleitet. Allein fünf Impfstoffe zur Injektion und einer zur oralen Gabe stehen den Patienten seitdem im Rahmen der betreuten Selbstmedikation zur Verfügung. Die Impfung nimmt der Apotheker vor Ort vor. Außerdem aus der Verschreibungspflicht entlassen wurden unter anderem Sumatriptan und Oseltamivir (2006), Zolmitriptan nasal und Calcipotriol (2010) sowie Trimethoprim und der Grippeimpfstoff (2012). Neueste Switches sind Naloxon und ausgewählte orale Kontrazeptiva.

Die Apotheker seien durchweg dafür, keiner sei dagegen, so Gauld. Die Pharmazeuten seien positiv eingestellt, weil sie die Patienten besser versorgen könnten. Für die Neuseeländerin liegt klar auf der Hand: „Die Vorteile sind größer als die Risiken.“ Apotheker würden besser eingesetzt und könnten Patienten an den Arzt verwiesen, die sich sonst nie behandeln lassen hätten. Zudem böten Apotheken einen schnelleren und zeitsparenden Zugang: Termine seien nicht nötig und die Öffnungszeiten besser. Kosten würden eingespart und die Bevölkerung profitiere. Ein Switch mache die Versorgung schneller, besser, bequemer und effizienter.

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