FFP2-Boni: Kammer vs. Kooperation

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Berlin -

Im Streit um Bonus-Aktionen bei der kostenlosen Abgabe von FFP2-Masken scheinen sich zwei Fronten abzuzeichnen: Einzelapotheken gegen Kooperationsmitglieder. Denn vor allem letztere können qua Einkaufskonditionen großzügig kalkulieren und ihren Kunden besondere Angebote machen. Auch im Saarland wird darüber gestritten – und die Kammer hat sich eindeutig positioniert.

„10 statt 6“, werben die 1A-Gesund-Apotheken derzeit im Saarland: Wer einen Masken-Coupon abgibt, erhält vier Masken umsonst dazu ­– das gleiche Verhältnis wie bei den Pluspunkt-Apotheken. Aber 1A-Gesund setzt noch einen drauf. Denn auch für Kunden, die nicht bezugsberechtigt sind, gilt die Aktion bis Ende des Monats: „Auch wer die sechs Masken kauft, kriegt bei uns vier weitere geschenkt, weil wir sagen, dass die Gesundheit alle gleichermaßen betrifft und wir deshalb auch alle gleichbehandeln wollen“, sagt Geschäftsführer Hans-Christoph Bonfert. „Denn wenn wir daran denken, dass der Monat 31 Tage hat, dann sind die sechs Masken der Bundesregierung nicht ausreichend. Deshalb wollten wir ein Zeichen der Solidarität setzen.“

Solidarität – genau damit argumentieren auch die Kritiker der Aktion, unter anderem die Apothekerkammer des Saarlands. Bei der sind seit Beginn der Aktion mehrere Beschwerden von Einzelapotheken eingegangen. Die Kammer griff die Klagen auf und positionierte sich öffentlich eindeutig: Die Kooperation verhalte sich mit der Aktion unsolidarisch gegenüber kleineren Apotheken. Außerdem sei sie aus Infektionsschutzgründen kontraproduktiv, schließlich könne sie größere Menschenansammlungen vor den Apotheken provozieren, so die Standesvertretung gegenüber dem Saarländischen Rundfunk. Auf Anfrage wollte die Kammer den Fall und ihr Satement dazu nicht weiter kommentieren. Es sei bereits alles gesagt worden, so ein Sprecher.

Bonfert weist die Vorwürfe entschieden zurück. Zu stärkeren Menschenansammlungen als ohnehin komme es durch die Aktion nicht, außerdem hätten die Kooperationsmitglieder ein funktionierendes Hygienekonzept, sodass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Vor allem sei die Aktion aber nicht unsolidarisch gegenüber kleineren Apotheken, sondern im Gegenteil gute Imagearbeit für die gesamte Branche.

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