Kunden schwärzen Apotheker an: Keine Maske ohne Zusatzverkauf?

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Berlin - Der Bochumer Apotheker Marc Dickhöfer staunte nicht schlecht, als kurz vor den Feiertagen ein Schreiben der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) in seinem Briefkasten landete. „Uns liegen zwei Beschwerden von Kunden in Ihrer Apotheke vor, die die Beteiligung Ihrer Apotheke an der seit dem 15. Dezember 2020 andauernden Abgabe von kostenlosen Schutzmasken an Risikogruppen betreffen“, hieß es in den Brief. In der Mark-Apotheke wurden tausende Masken an berechtigte Personen abgegeben – bislang ohne Probleme.

Wie in den meisten Apotheken musste die Maskenverteilung auch in der Mark-Apotheke in Bochum schnell umgesetzt werden. Dickhöfer bestellte hierfür zahlreiche Masken. „Bislang hat unsere Apotheke Masken im fünfstelligen Bereich abgegeben“, berichtet der Apotheker. Da empfindet er die Beschwerde der AKWL nicht als gerechtfertigt. Andere Apotheken hätten keine einzige Maske abgegeben.

Das Schreiben traf kurz vor Weihnachten in der Apotheke ein. Die Kammer wies den Apotheker darauf hin, dass die AKWL „zuständig für die Aufsicht über das berufliche Verhalten ihrer Mitglieder“ sei und sich an ihn wende, da zwei Kunden über die Art und Weise der Maskenverteilung in seiner Apotheke beschwert hätten. „Beide weisen darauf hin, dass sie sich am 15. Dezember 2020 in Ihrer Apotheke eingefunden und um die Abgabe von FFP2-Schutzmasken gebeten hätten.“ Die Personen seien beide anspruchsberechtigt gewesen, doch laut Beschwerde wurden die Personen gebeten, zusätzlich zu den kostenlosen Masken „einen weiteren Artikel aus dem Sortiment der Apotheke kostenpflichtig zu erwerben“.

Das sei nicht rechtens, so die Kammer: „Die […] Corona-Schutzmasken-Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht grundsätzlich einen unbedingten Anspruch auf die Abgabe der Schutzmasken gegenüber Apotheken vor.“ Ein verpflichtender Zusatzkauf sei demnach nicht gestattet und müsse unterlassen werden. Im Übrigen halte man die Beschwerden für echt, so die Kammer.

Dickhöfer kennt solche Vorfälle in seiner Apotheke nicht. Vielmehr hätten er und sein Team tausende Masken innerhalb kürzester Zeit abgegeben, wie er sagt. Deshalb findet er das Schreiben der Kammer auch „komplett deplaziert“, gerade in der derzeitigen Lage.

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