Herbstzeit ist Zeit der Zusatzverkäufe

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Berlin -

Während die meisten Apotheken in der vergangenen Saison auf Erkältungspräparaten wie Gelomyrtol (Pohl Boskamp), Sinupret (Bionorica) & Co. sitzen geblieben sind, könnte das Thema grippaler Infekt in diesem Jahr wieder an Bedeutung gewinnen. Dazu gehört auch die Stärkung des Immunsystems – und damit Zusatzverkäufe.

In den ersten kälteren und regnerischen Tagen des Jahres scheint es, als ob die Erkältungssaison in diesem Winter wieder ausgeprägter verlaufen könnte als im vergangenen Jahr. Die ersten Kund:innen suchen die Apotheke auf, um sich über Präparate zur Immunstärkung zu informieren, andere benötigen bereits Hustenlöser, Halsschmerztabletten und Nasenspray.

Innerhalb des Beratungsgespräches ist eine kurze Einordnung der Symptome wichtig. Viele Kund:innen gehen davon aus, dass sie die Grippe hätten, obwohl es lediglich ein grippaler Infekt ist. Beide Erkrankungen unterscheiden sich in ihrer Symptomatik. So beginnt die Influenza meist plötzlich, der Allgemeinzustand verschlechtert sich binnen Stunden und es kommt zu teilweise hohem Fieber. Bei einer Grippe gehört der/die Kund:in in die Arztpraxis.

Basismedikation Nasenspray und Schmerztabletten

Bei einer verstopften Nase können abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin kurzzeitig Abhilfe schaffen. Die Anwendung sollte auf wenige Tage begrenzt werden. Öfter als dreimal täglich sollte nicht gesprüht werden. Um eine trockene Nase zu vermeiden können salzhaltige Nasensprays, Öle oder Salben angewendet werden.

Nasensprays
Pari Protect (Ectoin und Meersalz, Pari)
Hysan (Hyaluronsäure, Ursapharm)

Nasenöle
Gelositin (Pohl Boskamp)
Weleda Nasenöl (Calendula, Campher, Eukalyptus und weitere, Weleda)

Nasensalben
Emser Nasensalbe Sensitiv (Emser Salz, Sidroga)
Bepanthen Augen- und Nasensalbe (Dexpanthenol, Bayer)

Schmerzmittel sollten immer nur dann angewendet werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Im Rahmen eines grippalen Infektes können Analgetika wie Paracetamol, Ibuprofen und ASS bei Fieber und starken Halsschmerzen zum Einsatz kommen. Auch bei Kopf- und Gelenkschmerzen aufgrund der Erkältung können die Arzneistoffe Linderung verschaffen. Sollten die Beschwerden jedoch anhalten oder innerhalb von drei bis fünf Tagen sogar schlimmer werden, so sollte der/die Betroffene die Arztpraxis aufsuchen.

Aspirin Complex, Wick Medinait Grippostad C & Co.

Besonders häufig fragen Kund:innen nach sogenannten Kombipräparaten. Nicht immer sind diese Arzneimittel die beste Wahl, denn sie können Symptome unterdrücken und im schlimmsten Fall zu einer Sekundärinfektion mit Bakterien führen. Der aufputschende Effekt durch die Zugabe von Pseudoephedrin (Aspirin Complex, Bayer) lässt fleißige Arbeitnehmer:innen weiter im Job durchhalten. Dabei könnten zwei Tage im Bett die bessere Lösung für den angeschlagenen Körper sein. Antitussiva wie Dextromethorphan (Wick Medinait, Wick Pharma) können das Abhusten unterdrücken und zu einer Verfestigung des Schleimes führen. Antihistaminika wie Chlorphenamin (Grippostad C, Stada) reduzieren zwar die Schleimproduktion, weisen jedoch einige Neben- und Wechselwirkungen auf. Chlorphenamin steht auf der Priscus-Liste und sollte bei älteren Personen nicht mehr zum Einsatz kommen.

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