RKI warnt vor beschleunigtem Anstieg der Corona-Fallzahlen

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Berlin -

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen. „Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird“, schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie, der am Donnerstagabend erschienen ist.

Hingewiesen wird darin auch auf einen deutlichen Anstieg bei den übermittelten Ausbrüchen in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen. Erstmals seit der Woche vom 3. bis 9. Mai sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahre vergangene Woche wieder auf über 50 gestiegen, hieß es. Hochaltrige sind besonders gefährdet, bei einer Corona-Infektion schwere und tödliche Verläufe zu erleiden. Deutlich höhere Inzidenzen verzeichneten aber wie bereits in den Vorwochen jüngere Altersgruppen, in denen die Impfquoten niedriger sind.

Im Corona-Wochenbericht beschreibt da RKI die aktuelle Lage. Demnach sind 66 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft und 69 Prozent mindestens einmal (Stand 21. Oktober). Die Anzahl an insgesamt verabreichten Impfdosen seit Zulassung der mRNA-Vakzine Comirnaty beträgt 110.432.440 Impfungen (Zeitraum: 26. Dezember 2020 bis 21. Oktober 2021). Zum weiteren Impfmonitoring hält das RKI fest, dass vom 20. Auf den 21. Oktober über 44.000 Erst- und 77.000 Zweitimpfungen verabreicht wurden.

„Insbesondere bei jetzt deutlich steigenden Fallzahlen sollte unabhängig vom Impf-, Genesenen- oder Teststatus das grundsätzliche Infektionsrisiko und der eigene Beitrag zur Verbreitung von Sars-Cov2 reduziert werden“, appellierte das RKI. Alle Menschen wurden aufgerufen, weiter die Verhaltensregeln zum Schutz vor Ansteckungen einzuhalten (Abstand, Hygiene, Maske, Lüften, Corona-Warn-App). Unnötige enge Kontakte sollten laut RKI-Empfehlung reduziert und „Situationen insbesondere in Innenräumen, bei denen sogenannte Super-Spreading-Events auftreten können“ möglichst gemieden werden.

Die meisten übermittelten Fälle der vergangenen Woche stammen aus dem Südosten. Vor allem Südlich von München ist die Inzidenz hoch. Bayern meldete für den Zeitraum vom 14. Bis 21. Oktober 18.534 Fälle. Deutschlandweit wurden für diesen Zeitraum 71.162 Corona-Infektionen gemeldet. Weiterhin ist die Inzidenz vor allem in den Altersgruppen der 5- bis 24-Jährigen festgestellt. Doch auch bei älteren Personen kommt es wieder vermehrt zu Infektionen, so schreibt das RKI: „Die Zahl der übermittelten Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen und in Alten- und Pflegeheimen stieg in der 41. MW (Meldewoche) im Vergleich zur Vorwoche deutlich an.“ Um das Infektionsgeschehen besser einschränken zu können, sollen Personen mit leichten Erkältungssymptomen weiterhin zu Hause bleiben empfiehlt das RKI.

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