RS-Virus: Kunden richtig beraten

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Berlin -

Die erste Erkältungswelle bei Kleinkindern ist da. Vor allem das RS-Virus – das humane Respiratorische Synzytial-Virus – sorgt aktuell für Schniefnasen und Halsschmerzen in Kitas. Ende September befürchteten Kinderärzt:innen noch, dass das Virus diesen Herbst vermehrt zu Infektionen führen könnte. Jetzt stehen die Eltern im HV und benötigen den Rat von Apotheker:innen und PTA. Dabei ist bei Infektionen mit dem RS-Virus vor allem Geduld gefragt.

Das RS-Virus kann zu ausgeprägten Erkältungssymptomen führen. Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen und Fieber gehören zu den Leitsymptomen. Die Replikation des Virus findet in den zilientragenden Epithelzellen der Atemwegsschleimhäute statt. Normalerweise heilt die Erkrankung von selbst aus.

Ablauf der RS-Virus-Infektion

  • Inkubationszeit: 2 bis 8 Tage
  • Ansteckungsfähigkeit: 3 bis 8 Tage, Ausnahme: Früh- und Neugeborene sowie immunsupprimeirte Patient:innen – sie können das Virus über Wochen ausscheiden.
  • Dauer: bis zu 7 Tage
  • Dauer bei Reinfektion: 3 bis 12 Tage (meist weniger schwer als Primärinfektion)
  • Symptomverlauf: ab Tag 1 Schnupfen und Halsschermerzen, ab Tag 3 Husten (meist produktiv)
  • Regeneration Epithelien: 4 bis 8 Wochen

RS-Viren lösen Atemwegserkrankungen aus, die in den meisten Fällen einer gängigen Erkältung gleichen. Im Beratungsgespräch können also – abhängig vom Alter – Lutschtabletten, Nasentropfen oder -sprays und Schleimlöser empfohlen werden.

Eine spezifische Therapie bei einer RS-Virusinfektion gibt es nicht. Auch der Arzt/die Ärztin wird symptomatisch behandeln. Nur bei Sekundärinfektionen mit Bakterien wird der/die Mediziner:in ein Antibiotikum aufschreiben.

Kann das erkrankte Kind nachts aufgrund einer verstopften Nase nicht schlafen, können Apotheker:innen und PTA abschwellende Nasentropfen oder -sprays empfehlen. Diese sollten nicht länger als wenige Tage angewendet werden. Hypertone Nasensprays wie Hysan Salinspray (Ursapharm, ab 1 Jahr), Rhinomer Plus (GSK, ab 3 Jahren) oder Emser Nasentropfen (Sidroga, ab dem Säuglingsalter) können auch über einen längeren Zeitraum ohne Gewöhnungseffekt gegeben werden.

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