RS-Virus: Gefahr für kommenden Winter?

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Berlin - RS-Virus steht für Respiratorisches Syncytial-Virus. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist es der häufigste Auslöser von akuten Atemwegsinfektionen. Durch die Hygiene- und Abstandsregeln erwarten Kinderärzt:innen erhöhte Infektionszahlen für die kommenden Monate. Denn viele Kinder seien nicht in der Lage gewesen, einen eigenen Immunschutz aufzubauen.

RS-Viren sind für Jugendliche und Erwachsene kaum gefährlich. Für Kinder unter drei Jahren kann eine Infektion mit den Viren jedoch zu ausgeprägten Erkältungssymptomen führen. Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen und Fieber gehören zu den Leitsymptomen. Je jünger die Kinder, desto eher kann der Verlauf eine schwere Form annehmen. Gerade bei Kindern unter drei Monaten ist Vorsicht geboten. Hier kann sich mitunter eine spastische Bronchitis entwickeln. Auch eine Lungenentzündung kann die Folge einer Infektion mit dem RS-Virus sein.

Bei Neu- und vor allem bei Frühgeborenen ist die Lunge zum Teil noch nicht voll ausgewachsen und funktionstüchtig. Das Immunsystem muss erst noch ausgebildet werden. Eine Infektion mit diesem Virusstamm tritt bei den meisten Kleinkindern innerhalb der ersten zwei Lebensjahre auf. Ein dauerhafter Schutz besteht nicht, deshalb kann es zu einer erneuten Erkrankung kommen. Diese ist dann zumeist schwächer, da der Organismus Antikörper gebildet hat.

Ob es sich um eine Infektion mit dem Respiratorischen Syncytial-Virus handelt, kann der Arzt/die Ärztin mittels Antigentest feststellen. Hierfür wird – anders als bei den PoC-Coronatests – Nasenrachenspülwasser benötigt. Die Therapie besteht in der Symptombekämpfung. Je nach Alter des Kindes können Medikamente nur begrenzt zum Einsatz kommen. Abschwellende Nasentropfen können das Atmen erleichtern, homöopathische oder pflanzliche Hustensäfte das Halskratzen lindern und das Abhusten erleichtern.

AHA-Regeln könnten zu mehr Infektionen führen

Da zahlreiche Kleinkinder die vergangenen zwei Jahre mit Abstands- und Hygieneregeln erlebt haben, gehen Kinderärzt:innen davon aus, dass es in diesem Winter zu einer gesteigerten Anzahl an RS-Infektionen kommen kann. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) meldet bereits einen Anstieg der Infektionszahlen, damit grassiert das Virus früher als in den vergangenen Jahren. Denn eigentlich ist das RS-Virus eine „Winterkrankheit“.

Eltern sollten bei Verdacht auf eine Infektion Fieber messen. Meistens geht die Erkrankung mit einer Temperatur von mehr als 38 Grad einher. Atemschwierigkeiten und Probleme bei der Nahrungsaufnahme sind weitere mögliche Symptome. Wichtig: Beim Kinderarzt/bei der Kinderärztin sollte das Kind vorher telefonisch angemeldet werden. Eventuell ist die Infektsprechstunde aufzusuchen.

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