FAQ: Immunsuppression und Impfen

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Berlin - Seit dem Beginn der Corona-Impfungen ist das Thema Immunsuppression und Immunisierung wieder in den Fokus gerückt. Auch in der Apotheke fragen Patient:innen nach, ob sie trotz Chemo, MTX-Therapie oder Cortison-Einnahme eine Impfung in Anspruch nehmen sollten. Für einige dieser Betroffenen ist vor allem die dritte Impfung von Bedeutung. Ein Überblick von häufigen Patientenfragen.

Impfungen sind vielfältig. Auf die einzelnen Impfstofftechnologien und deren Einsatz bei Immunsuppression gingen Professor Dr. Reinhard Voll von der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie des Universitätsklinikums in Freiburg und Dr. Mirko Steinmüller, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Infektiologie, im Rahmen des diesjährigen Rheumatologiekongresses ein.

Kann mit Vektorimpfstoffen geimpft werden?

Grob unterteilen lassen sich die Impfstoffe in Lebend- und Nicht-Lebend-Impfstoffe. Genau hier entsteht die erste wichtige Entscheidung, wenn es um die Impfung von Immunsupprimierten geht. Denn generell sollten diese nur mit Nicht-Lebend-Impfstoffen immunisiert werden. Eine Besonderheit stellen hier die Vektorimpfstoffe dar – sie können teilweise bei den Lebend- und teilweise bei den Totimpfstoffen eingeordnet werden. Die akuell zugelassenen Corona-Impfstoffe gehören alle zu den Nicht-Lebend-Impfstoffen. Dementsprechend besteht keine vollständige Kontraindikation bei immunsuppressiver Therapie.

Sind Infektionen für Immunsupprimierte denn wirklich so gefährlich?

Eine Aussage, die auf alle Betroffenen zutrifft, lässt sich sicherlich nicht treffen, doch die Gefahr von schweren Verläufen oder Hospitalisierungen ist bei einer bestehenden immunsupprimierenden Therapie erhöht. Voll erklärte, dass Infektionen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine häufige Ursache für Morbidität und Mortalität sind. Bei jedem/r zweiten Patient:in mit rheumatoider Arthritis kommt es innerhalb von zwölf Jahren zu einer Hospitalisierung aufgrund einer schweren Infektion. Deshalb sollte man immer dann wenn es möglich ist impfen – nicht nur gegen Corona.

Welche Impfungen sind besonders wichtig?

Neben Weichteil- und Gelenksinfektionen kommen Pneumonien und Herpes Zoster besonders häufig vor. Sind die Patient:innen einmal in der Praxis oder Apotheke, lohnt sich ein Blick in den Impfpass. Gerade jetzt kommen die Betroffenen häufig mit Impfpass in die Offizin, sodass ein Check des Passes erfolgen kann. Für den bevorstehenden Winter kann man den Kund:innen den Tipp mitgeben, dass eine gleichzeitige Impfung gegen Grippe und Pneumokokken generell möglich ist. Eine Impfung gegen Herpes Zoster ist aufgrund der Impfstoffumstellung ebenfalls möglich. Der jahrelang applizierte Lebendimpfstoff wird nicht mehr verwendet und von der Ständigen Impfkommission (Stiko) auch nicht mehr empfohlen.

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