Empfehlung zur Indikationserweiterung

Shingrix zukünftig ab Volljährigkeit

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Berlin -

Der rekombinante, adjuvantierte Impfstoff gegen Herpes Zoster Shingrix (GlaxoSmithKline) soll zukünftig nicht nur für Menschen ab 50 Jahren eingesetzt werden. Die EMA hat eine Zulassungserweiterung für Menschen ab 18 Jahren mit einem erhöhtem Herpes Zoster Risiko empfohlen. Seit März 2018 wird der Totimpfstoff angewendet.

Shingrix ist ein Totimpfstoff gegen Herpes zoster – auch Gürtelrose genannt. Bei Erstkontakt im Kindesalter löst das Varizella-zoster-Virus Windpocken aus. Nach Abklingen der Varizellen verbleibt der Erreger lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Herpes zoster wieder auftreten. Dann spricht man von einer Virus-Reaktivierung.

Bisher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) den Herpes-zoster-Totimpfstoff als Standardimpfung für alle Personen über 60 Jahren. Darüber hinaus wird die Impfung als Indikationsimpfung für Personen über 50 Jahre angesehen, wenn sie einer sogenannten Risikogruppe angehören. Patienten mit folgenden Erkrankungen erhalten die Impfung bereits ab 50 Jahren als Kassenleistung:

  • angeborene oder erworbene Immundefizite
  • medikamentöse Immunsuppression
  • HIV-Infektion
  • Rheumatoide Arthritis
  • systemischer Lupus erythematodes
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma bronchiale
  • chronische Niereninsuffizienz
  • Diabetes mellitus

Nun soll der Impfstoff breiter gefächert eingesetzt werden – die EMA empfiehlt eine Indikationserweiterung. Zukünftig sollen alle Volljährigen mit einem erhöhten Risiko unter die Indikationsimpfung fallen. Die Empfehlung bezieht sich nur auf den Gürtelrose-Totimpfstoff, der attenuierte Lebendimpfstoff Zostavax (MSD Sharp & Dome) ist von dieser Empfehlung nicht betroffen.

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