Shingrix: Bläschenförmige Hautreaktionen

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Berlin -

Der rekombinante, adjuvantierte Impfstoff gegen Herpes Zoster kann zu unerwünschten Hautreaktionen führen. Um den Zusammenhang zwischen den bläschenförmigen Ausschlägen und der Impfung besser zu verstehen, bittet die AMK darum, dass Apotheker die betreffenden Patienten über die Beobachtungsstudie informieren. Betroffene sollen, um an der Studie teilnehmen zu können, Kontakt zu ihrem behandelnden Arzt aufnehmen. 

Darüber, dass die Impfung mit der Gürtelrose-Vakzine möglicherweise Herpes Zoster Infektionen begünstigen kann, informierte die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) bereits im Herbst letzten Jahres. Auch der Arzneimittelkommission (AMK) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) liegen zahlreiche Verdachtsfälle über Herpes Zoster sowie ausgeprägte, teilweise bläschenförmige Hautreaktionen im Zusammenhang mit dem Arzneimittel Shingrix vor.

Der Impfstoff steht seit Mai 2018 zur Vorbeugung von Herpes Zoster und postherpetischer Neuralgie bei Personen ab 50 Jahren zur Verfügung. Unterbrochen von einem Lieferengpass Ende 2019 wurden der AMK kontinuierlich Verdachtsfälle zu unerwünschten Hautrekationen gemeldet. In einer vorrübergehend zugelassenen Beobachtungsstudie wurde bei den betroffenen Patienten eine Probe aus den entstandenen Bläschen entnommen. Das Sekret wurde auf das Vorhandensein von Varizella-Zoster-Virus und gegebenenfalls Herpes-Simplex-Virus geprüft.

Die AMK bittet Apotheker darum, Patienten bei denen ein Verdacht auf bullöse Hautreaktionen im Zusammenhang mit einer Shingrix-Impfung besteht, über die Beobachtungsstudie zu informieren. Für die Teilnahme sollen die Betroffenen ihren behandelnden Arzt kontaktieren.

Shingrix ist ein rekombinanter, adjuvantierter Impfstoff gegen Herpes Zoster. Seit Mai 2018 ist die Vakzine auf dem Markt und wurde nur etwa ein Jahr später für ausgewählte Patientengruppen zur Pflichtleistung der Kassen erklärt. Der Impfstoff ist zur Vorbeugung von Herpes Zoster und postzosterischer Neuralgie bei Erwachsenen ab dem 50. Geburtstag zugelassen. Zur Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen zu je 0,5 ml nötig.

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