Impfung gegen FSME sinnvoll

, Uhr

Berlin - Auch für den Urlaub in Deutschland lohnt sich der Blick in den Impfpass. Insbesondere Aktivurlauber sollten vor Reiseantritt ihren FSME-Impfstatus überprüfen lassen. Seit einigen Jahren gilt nicht mehr nur der Schwarzwald als Risikogebiet – Zecken breiten sich in immer mehr Regionen Deutschlands aus. Gleiches gilt auch für viele Nachbarländer. Der milde Winter und die trockenen Frühlingsmonate haben dazu geführt, dass nur wenige der Parasiten verstorben sind. Ein ausreichender Impfschutz lässt sich binnen 14 Tagen erreichen.

Das Thema Impfen rückt aufgrund der Corona-Pandemie neu in den Fokus. Dennoch scheint die deutsche Bevölkerung nicht ausreichend über das Thema informiert – das konnte beispielsweise der Stada Health Report zeigen. Zwar begrüßten über 80 Prozent der Bundesbürger eine Impfpflicht, doch wissen viele nicht, wogegen man sich überhaupt impfen lassen kann. Mit Blick auf die startende Urlaubssaison rückt das Thema auch in der Offizin wieder in den Fokus. Obwohl viele Menschen in diesem Jahr ihren Urlaub in Deutschland verbringen, sollten Apotheker und PTA auf die Bedeutung eines ausreichenden Impfschutztes hinweisen. Neben Tetanus ist auch eine Impfung gegen FSME empfehlenswert – gerade, wenn es zum Wandern und Radfahren in die Berge geht.

„Milde Winter- und Frühjahrstemperaturen haben die Gefahr von Zeckenbissen in diesem Sommer merklich erhöht“, so informiert die Abda über das Thema Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Neben dem Schwarzwald in Baden- Württemberg gelten mittlerweile auch Teile von Thüringen, Bayern und Hessen als Risikogebiet für die Infektionskrankheit. „Jede Impfung zählt, egal ob gegen FSME, Masern oder Tetanus“, sagt Mathias Arnold, Apotheker aus Halle an der Saale und Vizepräsident der Abda. „Wer sich gegen Infektionskrankheiten impfen lässt, schützt sich selbst und bei von Mensch zu Mensch übertragbaren Krankheiten auch seine Familie und letztlich die gesamte Bevölkerung vor Infektionen. Gerade während der Corona-Pandemie wird uns nur allzu bewusst vor Augen geführt, wie gut es ist, bewährte und erprobte Impfstoffe gegen gefährliche Erreger zu haben. Unser Ziel muss es sein, eine dauerhaft hohe Impfquote bei allen Ziel- und Altersgruppen zu erreichen. Die Apotheken stehen als Partner für Informationen zum Impfen bereit – natürlich auch telefonisch,“ plädiert Arnold.

FSME-Impfbereitschaft nimmt zu

Die Impfbereitschaft bei FSME nimmt zu: 2017 wurden 3,4 Millionen Impfdosen über öffentliche Apotheken abgegeben, 2018 stieg die Zahl auf 4,1 Millionen, das entspricht einer Steigerung um fast 20 Prozent. Im vergangenen Jahr stiegen die Abgabezahlen erneut um 20 Prozent auf insgesamt 4,9 Millionen Impfdosen. Diese Daten hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) auf Basis der Abrechnungen der Krankenkassen berechnet. Die Gesamtausgaben für Impfungen stiegen für die Krankenkassen demnach um 16,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»