Zusätzlicher Schutz

MMR-Impfung gegen Covid-19 Alexandra Negt, 30.06.2020 14:38 Uhr

Berlin - Aktuell wird diskutiert, ob der Lebendimpfstoff Masern, Mumps, Röteln (MMR) gegen Covid-19 schützen kann. Alle drei Infektionskrankheiten werden durch Viren ausgelöst. Die Dreifachimpfung gehört zum Standardschema der Ständigen Impfkommission (Stiko). 

Der MMR-Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff, der abgeschwächte, vermehrungsfähige Viren enthält. Auch Personen, die bereits immun gegen eine oder mehrere der Komponenten sind, können mit dem Impfstoff versorgt werden. Es besteht kein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Aktuell vermuten Wissenschaftler einen Schutz vor schweren Covid-Verläufen. Aufgrund der Bildung von myeloiden Suppressorzellen sollen Komplikationen bei einer Sars-CoV-2-Infektion verhindert werden. Unter der Rubrik „Opinion/Hypothesis“ des Journals mBIO der American Society for Microbiology haben Forscher diese Theorie erläutert.

Eine MMR-Impfung könne nicht vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen, jedoch könne der Dreifachimpfstoff als vorbeugende Maßnahme zur Dämpfung von septischen Entzündungen dienen, so vermuten Mikrobiologen. Besonders interessant und besonders wirksam könnte die Auffrischimpfung laut Forschern für Beschäftigte im Gesundheitswesen sein, die dem Virus öfter ausgesetzt sind. Die Annahme basiert darauf, dass der attenuierte Lebendimpfstoff unspezifischen Schutz gegen tödliche Infektionen bieten kann, obwohl diese nicht mit dem Zielpathogen zusammenhängen. Die Impfung führt zu einer vermehrten Produktion unspezifischer angeborener Immunzellen – dies würde den Körper bei der Bekämpfung jeglicher Infektionen stärken. Die Leukozytenvorläuferzellen im Knochenmark würden quasi trainiert werden.

Wirkliche Belege für die Hypothese gibt es aktuell nicht. Die Forscher stützen sich auf Untersuchungen aus anderen Ländern, in denen ein abgeschwächter Lebendimpfstoff gegen Mycobacterium bovis (BCG) gegen tödliche polymikrobielle Sepsis eingesetzt wurde. Im Ergebnis zeigte sich, dass ein Schutz durch langlebige myeloide Suppressorzellen hervorgerufen werden konnte. Hierdurch konnte die septische Entzündung unterdrückt werden. Folglich gehen die Forscher im Fall von Covid-19 davon aus, dass ein MMR-Impfstoff in der Lage sein sollte, myeloide Suppressorzellen zu induzieren, welche dann schwere Verläufe mit Pneumonien und Sepsis verhindern oder zumindest reduzieren könnten.

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