Hilft Colchicin gegen Covid-19?

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Berlin - Mehrere Studien beschäftigen sich derzeit mit dem Einsatz des Gichtmittels Colchicin zur Behandlung von Covid-19. Die Ergebnisse einer kleineren Studie wurden nun veröffentlicht: Sie geben zwar erste Hinweise auf positive Effekte, dennoch müssen weitere Studien abgewartet werden, um eindeutige Ergebnisse zu erhalten.

Colchicin ist eine natürlich vorkommende Substanz der giftigen Herbstzeitlosen. Die Anwendung des Alkaloids ist kritisch: Richtig dosiert kann es gegen die typischen Beschwerden eines akuten Gichtanfalls helfen. Wird es jedoch überdosiert, kann es schnell zu Vergiftungserscheinungen kommen. In einigen Fällen kam es durch eine Falscheinnahme bereits zu Todesfällen. Mittlerweile werden daher in der Behandlung der Gicht häufig andere Medikamente eingesetzt, die ein besseres Sicherheitsprofil aufweisen.

Weitere Einsatzgebiete möglich?

Doch das Alkaloid könnte auch in anderen medizinischen Bereichen eingesetzt werden: In der Vergangenheit konnte es in niedrigen Dosierungen zum kardiovaskulären Schutz nach einem Herzinfarkt beitragen, auch zur Behandlung verschiedener Herzerkrankungen laufen Untersuchungen. Dem Alkaloid werden vor allem entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben, die nun auch bei Covid-19 zum Einsatz kommen könnten: Die starke Entzündungsreaktion, die infolge eines Zytokinsturms entsteht, könnte möglicherweise durch Colchicin gebremst werden.

Mehr als zehn klinische Studien wurden in den vergangenen Monaten in diesem Bereich gestartet. Die Ergebnisse der Studie „Grecco-19“ wurden nun im „JAMA Network Open“ veröffentlicht. Die Untersuchung wurde an 16 Zentren in Griechenland mit insgesamt 105 symptomatischen Covid-Patienten durchgeführt. Die Teilnehmer wurden dabei auf niedrig dosiertes Colchicin oder Placebo randomisiert. Viele Patienten erhielten zusätzlich Hydroxychloroquin mit Azithromycin, eine Kombination aus Lopinavir und Ritonavir oder Antikoagulanzien.

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