Hautläsionen durch Sars-CoV-2

Covid-Zehen durch Endothelinfektion APOTHEKE ADHOC, 08.07.2020 14:27 Uhr

Berlin - In der Vergangenheit wurden bei Covid-Patienten Hautläsionen an den Zehen entdeckt, die klassischen Frostbeulen ähneln. Die Ursache war jedoch bisher unklar. Forscher gehen nun davon aus, dass eine Infektion des Endothels für die Hautschäden verantwortlich ist.

Vor allem bei Kindern kam es zu den besagten Läsionen: Es zeigten sich schmerzhafte, manchmal auch juckende Stellen an den Zehen. In einigen Fällen waren auch einzelne Finger betroffen und es kamen Schwellungen hinzu. Experten erinnerte die Symptomatik an Frostbeulen – medizinisch „Perniosis“ genannt. Eine Erklärung, beispielsweise durch starke Kälteeinwirkung, ließ sich bei den Betroffenen jedoch nicht finden. Zudem klagten einige Kinder über einen juckenden Hautausschlag, der nicht charakteristisch für eine Perniosis ist.

Auch wenn diese Hautläsionen insgesamt selten auftraten, so wurden bei einer Umfrage in Spanien knapp 400 Fälle dokumentiert. Die meisten traten erst in der Erholungsphase der Infektion auf – bei vielen war eine aktive Infektion mit Sars-CoV-2 bereits nicht mehr nachweisbar. Der Zusammenhang zwischen dem neuartigen Coronavirus und der Hautsymptomatik wurde daher kürzlich bereits infrage gestellt.

Sars-CoV-2 in Hautproben nachgewiesen

Forscher einer Kinderklinik in Madrid nahmen sich der Thematik jedoch erneut an: Mithilfe von Biopsien konnten sie das Virus in den sogenannten „Covid-Zehen“ nachweisen. Insgesamt wurden Proben von sieben Kindern zwischen 3 und 17 Jahren genommen – bei allen war der Rachenabstrich auf Sars-CoV-2 negativ ausgefallen.

Mithilfe einer immunhistochemischen Methode konnte in den Hautproben allerdings ein Antigen des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 nachgewiesen werden: Demnach befanden sich die Viren in den Endothelzellen der Kapillaren. Unter dem Elektronenmikroskop konnten die Wissenschaftler die Viren inklusive ihrer charakteristischen Spikes sichtbar machen. Aufgrund ihrer Untersuchungen gehen sie nun davon aus, dass eine Infektion der Endothelien – eine sogenannte „Endotheliitis“ – für die Hautläsionen verantwortlich ist, die im Rahmen einer Covid-Infektion auftreten kann. Nach bisherigen Untersuchungen bilden sich die Stellen innerhalb weniger Wochen wieder vollständig zurück.

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