Neurologische Folgeschäden

Covid-19: Psychosen und Schlaganfälle möglich Cynthia Möthrath, 07.07.2020 13:57 Uhr

Berlin - Das neuartige Coronavirus kann verschiedene Organe und Bereiche des Körpers befallen. Einige Untersuchungen zeigten bereits die neurologischen Auswirkungen von Sars-CoV-2. Eine Umfrage unter britischen Ärzten ergab nun, dass die Komplikationen weitaus schlimmer sein können – neben zerebrovaskulären Ereignissen kam es bei Covid-Patienten auch zur Entwicklung von Psychosen.

Verschiedene Fallserien berichteten bereits von neurologischen Beschwerden und Komplikationen: Dabei handelte es sich meist um leichte Symptome, die zunächst nicht als neurologisch eingeordnet wurden wie beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel, sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Gehirn-Beteiligung mit Folgeschäden

Die nun im „Lancet“ veröffentlichten Daten geben jedoch Hinweise auf wesentlich schlimmere Komplikationen, die durch einen Befall des Gehirns mit Sars-CoV-2 bedingt sein könnten. Denn für Sars-CoV-1 und Mers-CoV ist der Eintritt in das Gehirn bereits experimentell belegt – auch für das aktuelle Coronavirus Sars-CoV-2 könnte dies möglich sein.

Auf einer Internet-Plattform konnten die Ärzte Angaben zu auffälligen Patienten machen. Während der Hochsaison von Corona zwischen dem 2. und 26. April wurden von der Universität Liverpool dort 153 Einträge für auffällige Covid-Patienten getätigt. Die Patienten waren zwischen 23 und 94 Jahre alt. 62 Prozent hatten ein zerebrovaskuläres Ereignis erlitten: Darunter hatten 74 Prozent einen Schlaganfall, 12 Prozent eine intrazerebrale Blutung und 1 Prozent eine Vaskulitis.

Psychose, Demenz & Enzephalopathie

Außerdem war es bei 31 Prozent zu psychiatrischen Beschwerden gekommen: 23 Prozent entwickelten eine Enzephalopathie, 18 Prozent eine Enzephalitis. Bei 59 Prozent kam es außerdem zu Veränderungen der mentalen Gesundheit: Zehn Patienten entwickelten eine Psychose, sechs der Patienten eine demenzähnliche Störung und vier Patienten eine affektive Störung. Die Hälfte der Betroffenen mit neuropsychiatrischen Symptomen war jünger als 60 Jahre alt, Schlaganfall & Co. traten eher bei den älteren Patienten auf – 82 Prozent der Betroffenen waren über 60 Jahre alt.

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