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Covid-19: Woher kommt die Riechstörung?

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Berlin -

Störungen der Riechwahrnehmung gehören zu den häufigsten, aber ungefährlichen Symptomen von Covid-19. Wissenschaftler wollen nun den Grund für das Symptom gefunden haben.

Zu Beginn wurde angenommen, dass Sars-CoV-2 die Sinneszellen des Riechepithels befällt und es dadurch zur „Anosmie“ kommt, wie der Riechverlust medizinisch genannt wird. Auch ein Anschwellen der Nasenshleimhaut – wie es bei Atemwegsinfekten häufig der Fall ist – wurde diskutiert. Nun fanden Forscher der Harvard Medical School in Boston jedoch heraus, dass die Störung durch eine Schädigung der sogenannten „Stützzellen“ zurückzuführen sei. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wurden im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlicht.

Befall der Sinneszellen unwahrscheinlich

Der Verlust des Riechvermögens hält bei vielen Covid-Patienten noch lange an, während die anderen Beschwerden bereits vorüber sind. Nach einigen Wochen kommt das Riechvermögen in den meisten Fällen dann langsam wieder und die Patienten erholen sich von der Anosmie. Diese Tatsache mache den Forschern zufolge den Befall des Riechepithels unwahrscheinlich. Denn dann würden die Symptome erst nach Monaten abklingen ­– nämlich dann, wenn sich die Sinneszellen aus den Stammzellen der Riechschleimhaut regeneriert haben.

Um die Ursache für die Riechstörungen zu finden, durchsuchten die Forscher zunächst Datenbanken zur sogenannten Einzelzell-RNA-Sequenzierung (scRNA-seq). Diese analysiert die Boten-RNA der Zellen und ermöglicht so festzustellen welche Proteine gerade in einer Zelle gebildet werden. Dabei fanden sie heraus, dass in den Riechzellen weder das ACE-2- noch das TMPRSS2-Gen abgerufen wird – beide sind für den Eintritt in die Körperzelle notwendig. Stattdessen wurde klar, dass beide Proteine in den sogenannten „Stützzellen“ gebildet werden. Diese umschließen die Sinneszellen und besitzen ähnlich wie Glia-Zellen eine Nährfunktion.

Tierversuche untermauern Ergebnisse

Um ihre Ergebnisse zu untermauern, wurde das Riechepithel bei Mäusen mithilfe von Methimazol – einem Wirkstoff, der bekannt dafür ist eine Anosmie auszulösen – zerstört. Anschließend beobachteten die Wissenschaftler die Expression von ACE-2 und TMPRSS2 während der Regeneration in den Stützzellen. Bei diesem Experiment konnten die vorherigen Ergebnisse bestätigt werden. Das Team geht daher davon aus, dass Sars-CoV-2 nachdem es in die Nase gelangt ist, nicht nur die Epithelien, sondern auch die Stützzellen zerstört. Das würde erklären, warum das Riechvermögen nach der Regeneration der Stützzellen aus den basalen Stammzellen wieder zurückkommt.

 

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