Schlaganfall: Bindemolekül als Angriffspunkt

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Berlin - Für die Schlaganfalltherapie könnte es in Zukunft möglicherweise einen neuen Ansatz geben: Forscher des Uniklinikums Würzburg (UKW) haben ein Bindemolekül im Gehirn entdeckt, welches vielversprechende Möglichkeiten mit sich bringen könnte. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Circulation Research“ vorgestellt.

Das neu entdeckte Bindemolekül trägt den Namen CD84. Es wurde von den Forschern direkt nach einem Blutgefäßverschluss im Gehirn entdeckt: Dort ist es für die Steuerung des Zusammenspiels von Thrombozyten und Entzündungszellen in der Frühphase nach einem Schlaganfall verantwortlich. Daher könnte es einen wertvollen neuen Therapieansatz darstellen. In die Forschungen waren neben Experten aus der Neurologie und Neuroradiologie auch das Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie und das Institut für experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg eingebunden.

Hinweise auf Thrombozyten- und T-Lymphozyten-Aktivität

Bei ischämischen Schlaganfällen, die durch einen plötzlichen Gefäßverschluss im Gehirn entstehen, könne der Verschluss derzeit mit einem Katheter eröffnet und somit geholfen werden. „Dennoch bleiben viele Patienten, bei denen auch die Gefäßwiedereröffnung nicht genug Gehirngewebe retten kann“, schildert Professor Dr. Mirko Pham, der Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am UKW. „Grundsätzlich geht man davon aus, dass trotz Wiederherstellung des Blutflusses in der Mikrozirkulation, das heißt dem nachgeschalteten Geflecht kleiner Gefäße im Gehirn, gewebszerstörende Prozesse einfach weiterlaufen und dadurch in vielen Fällen die Rettung von Hirngewebe verhindert oder zunichtegemacht wird“, erläutert zudem Professor Dr. Guido Stoll, Leiter der AG Schlaganfall und Neuroinflammation der Neurologischen Klinik des UKW.

Aus vorherigen Studien wisse man, dass durch Thrombozyten und Lymphozyten gesteuerte Entzündungsprozesse entscheidend für das fortschreitende Infarktwachstum seien, erklärt Dr. Michael Schuhmann, Leiter des Klinischen Labors der Neurologischen Klinik und Erstautor der Studie. „Wir konnten jetzt mit CD84 das erste Molekül entdecken, das die Aktivität von Thrombozyten und T-Lymphozyten direkt nach einem akuten Schlaganfall verknüpft.“

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