Risikominimierung: Vor-Ort-Apotheken können Aufklären

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Berlin - Der Schlaganfall gehört mit zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Am 10.Mai findet jährlich der Tag des Schlaganfalls statt, um für die Erkrankung und deren Symptomatik zu sensibilisieren. Die Vor-Ort-Apotheken können hier wertvolle Arbeit leisten.

Etwa 270.000 Patienten erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Meist ist die betroffene Gruppe über 60 Jahre alt, doch auch junges Alter ist keine Garantie für einen Schutz. Während einige begünstigende Faktoren wie die Genetik, bestimmte Migräneformen oder auch Diabetes sich nicht abstellen lassen, können andere Faktoren positiv beeinflusst werden, um das Risiko zu senken.

Genau hier können die Vor-Ort-Apotheken zur Seite stehen und die Patienten entsprechend beraten und aufklären. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät deshalb zu einer rechtzeitigen, vorsorglichen Beratung. So kann das pharmazeutische Personal beispielsweise über mögliche Risiken aufklären oder bei Rauchentwöhnung oder Ernährungsumstellung zur Seite stehen. Außerdem können Blutdruckmessungen durchgeführt und entsprechende Geräte für Zuhause erläutert und empfohlen werden – denn diese körpernahen Dienstleistungen, dürfen auch aktuell während der Pandemie durchgeführt werden. Neben gesunder Ernährung spielt auch Bewegung eine wichtige Rolle in der Prophylaxe: Sie kann Übergewicht entgegenwirken und sowohl den Blutdruck wie auch die Blutfettwerte positiv beeinflussen. Manche Apotheken bieten sogar eine Bestimmung dieser Blutwerte an. Eine regelmäßige Überwachung kann von Vorteil sein.

Eine wichtige Hilfestellung können die Apotheken auch in puncto Compliance geben: Denn viele Patienten kommen regelmäßig mit entsprechenden Rezepten in die Offizin. In einem Beratungsgespräch kann auf die Wichtigkeit der regelmäßigen Medikamenteneinnahme hingewiesen werden, um das Schlaganfall-Risiko zu minimieren. Denn häufig ist die konsequente Einnahme ein Problem oder ihre Notwendigkeit dem Patienten schlichtweg nicht bewusst.

Die wichtigsten Fakten zum Schlaganfall

Der Begriff „Schlaganfall“ bezeichnet verschiedene Formen: Zu den häufigsten zählt der „Hirninfarkt“, welcher oft auch als ischämischer Schlaganfall bezeichnet wird. Er entsteht durch einen Arterien-Verschluss. Meist geht hier eine Vorschädigung der Gefäße voraus, manchmal können auch Ablagerungen die Gefäße verengen. In einigen Fällen kommt das Blutgerinnsel auch aus der Halsschlagader oder dem Herzen. Vorhofflimmern und Herzklappenerkrankungen gelten hier als wesentliche Risikofaktoren. Rund 80 bis 85 Prozent aller Schlaganfälle gehen darauf zurück.

Wichtig ist neben der Prophylaxe auch die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen, um im Ernstfall rechtzeitig handeln zu können. Neben plötzlich auftretenden Kopfschmerzen zählen auch Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen als erste Hinweise. Außerdem kann es zu tauben Körperstellen, Sehstörungen oder Bewusstseinsstörungen kommen. Treten diese Symptome auf, sollte schnell gehandelt und sofort der Notarzt gerufen werden – denn jede Minute kann lebensrettend sein. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr Gehirnzellen werden geschädigt.

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