„Meningitis bewegt“

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Berlin -

Die deutsche Bevölkerung ist nicht ausreichend über das Thema Impfung informiert. Das zeigte nicht zuletzt der Stada Health Report, der vergangene Woche vorgestellt wurde. Zwar begrüßten 82 Prozent der Bundesbürger eine Impfpflicht, doch wissen viele nicht, wogegen man sich überhaupt impfen lassen kann. Bei Meningokokken gibt es beispielsweise verschiede Vakzine, sodass man sich gegen insgesamt fünf Gruppen der Bakterien impfen lassen kann. GlaxoSmithKline (GSK) widmet dem Thema die Kampagne „Meningitis bewegt“ – insbesondere Eltern sind die Zielgruppe, sie sollen ausreichend über die Krankheit informiert werden.

Etwa jeder zehnte europäische Bürger trägt die gramnegativen Bakterien im Nasenrachenraum, ohne dabei Krankheitsanzeichen zu entwickeln. Gegen fünf der insgesamt zwölf Meningokokken-Gruppen existieren Impfstoffe. Zu spät erkannt, kann eine Meningokokken-Infektion Spätfolgen mit sich bringen – nicht zuletzt Amputationen. Erste Beschwerden zeigen sich meist zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung. Die meisten Menschen haben eine Inkubationszeit von vier Tagen. Erkrankte sind bereits vor Symptombeginn ansteckend. Wurde eine passende Antibiotikatherapie eingeleitet, so sind Betroffene 24 Stunden nach Beginn der Therapie nicht mehr ansteckend.

Generell kann an einer Meningokokken-Infektion jeder erkranken, doch am häufigsten infizieren sich Säuglinge im ersten Lebensjahr, Kleinkinder und auch Jugendliche. Darauf möchte GSK mit der Kampagne „Meningtis bewegt“ aufmerksam machen. „Gerade Kinder profitieren von einer Impfung“, so der Konzern. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr gibt es bei schlechten hygienischen Bedingungen, geschwächtem Immunsystem oder in engen Wohnverhältnissen. Sind die Atemwege bereits geschwächt, so haben die Bakterien leichteres Spiel – das gilt beispielsweise bei Rauchern oder Personen, die gerade erst eine Virus-Erkrankung der Atemwege durchgestanden haben.

Selten, aber schwerwiegend

In Deutschland erkranken zwar pro Jahr nur rund 300 Menschen an Meningokokken, jedoch führt die Infektion in 10 Prozent der Fälle zu Spätfolgen. Meningokokken können eine Hirnhautentzündung oder eine Sepsis auslösen. Zu den schwerwiegenden Folgeschäden gehören Nierenversagen, Taubheitsgefühle und der Verlust von Gliedmaßen. Kognitive, physische und psychologische Beeinträchtigungen kommen noch häufiger vor – beinah jedes dritte Kind leidet unter diesen Symptomen. Es sollte nicht vergessen, werden, dass bis zu 10 Prozent der Bevölkerung Träger der Bakterien sind, so GSK. Diese Besiedlung bleibt unerkannt, da es nicht zur Symptomausbildung kommt.

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