E-Rezept: „Wir wollen alle Apotheken“

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Denn bei Kry bewegt sich noch einiges im Ungefähren. „7000 Apotheken sind natürlich gut, aber wir wollen alle Apotheken“, so Koehn. Derzeitiger Stand sei die Arbeit an einer Übergangslösung. Ähnlich wie in Frankreich, wo Kry unter dem Namen Livi auftritt, seien mehrere Möglichkeiten in Erwägung, beispielsweise der Zugriff auf den Server per QR-Code, ein Zugang per Website und Code oder der Versand von E-Rezepten als Pdf-Dateien. „Wir werden eine Lösung haben, die in jeder Apotheke einlösbar ist“, verspricht Koehn.

Auch auf den Zugang zum ungleich größeren Markt für GKV-Rezepte hat Kry ein Auge geworfen. Es sei aber auch hier noch zu früh, sich zu diesen Plänen zu äußern. Gleiches gelte für den Versand von Arzneimitteln. „Es ist unser Wille, den Patienten auch den Versandweg zu ermöglichen“, sagt Koehn. Im Mittelpunkt stehe aber zweifellos die Einbindung der Vor-Ort-Apotheken. „Das ist das, was wir mit unserer Übergangslösung erreichen wollen.“ Aus Koehns Sicht gehören zwar Telemedizin und E-Rezept zusammen, E-Rezept und Versand aber keineswegs. „In vielen akuten Situationen ist eine Versandapotheke gar keine Option“, sagt sie: Wenn ein Patient ein Rezept erhält, wolle er schließlich nicht tagelang warten, bis seine Arzneimittel per Post kommen.

Bis diese Erkenntnis aber bei allen Apotheken angekommen ist, müsse noch eine Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden. „Man muss den Apothekern die Angst vor dem E-Rezept nehmen“, sagt Koehn. Bisher mangele es ihnen aber an Orientierung auf dem neuen Feld, große Unsicherheit sei das Resultat. „Die Apotheken vor Ort sind wichtig, die dürfen da nicht außen vor bleiben. Aber dazu müssen sie aufhören, so passiv zu sein.“

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