Digitalisierungsgesetz

eMedikationsplan: Spahn garantiert Extrahonorar für Apotheken Lothar Klein, 15.05.2019 14:44 Uhr

Berlin - Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) weiter aufs Tempo drücken: Alle Apotheken sollen dazu bis März 2020 an die Telematik-Infrastruktur der Gematik (TI) angeschlossen werden. Und Ärzte sollen voraussichtlich ab Januar 2020 sinnvolle Gesundheits-Apps per Rezept verordnen können, die von den Krankenkassen bezahlt werden müssen. Dazu hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt das „Digitale Versorgung Gesetz“ vorgelegt. Noch nicht enthalten darin ist ein Starttermin für den seit langem erwarteten elektronischen Medikationsplan. Allerdings stellt das Gesetz klar, dass es dafür für Apotheken ein Extra-Honorar gibt.

„Der Patient von morgen wird immer noch einen Arzt brauchen. Aber er wird keinen Arzt mehr ernst nehmen, der nur noch über Karteikarten arbeitet“, sagte Spahn bei der Vorstellung des Referentenentwurfs. Spahn rief die Akteure des Gesundheitswesens auf, den digitalen Wandel mitzugestalten und offen für Veränderungen zu sein.

Wie aus dem BMG zu erfahren war, wird derzeit in der Gematik über den Starttermin für den eMedikationsplan verhandelt. Geplant ist das Jahr 2021 im Zuge der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA). Im Rahmen des derzeit diskutierten Apothekenstärkungsgesetzes könne im Zusammenhang mit dem neuen Strukturfonds auch eine Honorierung der Apotheker für ihre Dienstleistungen beim eMedikationsplan vereinbart werden, hieß es aus dem BMG. Im Gesetz wird dazu klargestellt, „dass es sich beim Abgleich und der Synchronisation der Medikationsdaten des Medikationsplans durch den Apotheker mit den Angaben in der elektronischen Patientenakte um eine zusätzlich honorierte pharmazeutische Dienstleistung handelt, auf die Versicherte einen Anspruch haben“. Für die mit diesem Gesetz eingeführte pharmazeutische Dienstleistung von Apotheken des Abgleichs und der Synchronisation der Medikationsdaten des Medikationsplans mit der elektronischen Patientenakte werde „die Vergütung um … Cent auf … Cent angehoben“. Die Höhe des Extra-Honoras muss also noch eingetragen werden.

Weil es bei den Ärzten mit dem Anschluss an die TI noch nicht so gut läuft, erhöht das BMG im Digitalisierungsgesetz den Druck auf die Arztpraxen. Ab 1. Juli müssen nicht angeschlossen Praxen eine Abzug von 1,5 Prozent von ihrem Budget hinnehmen. Diese Strafzahlung soll mit dem Gesetz auf 2,5 Porzent steigen. Derzeit sind von den 176.000 Ärzten nur 64.000 angeschlossen. Bis Mitte 2019 sollen es 110.000 sein. Anders als bei den Ärzten sind für Apotheker bislang keine Strafen vorgesehen, falls der Anschlusstermin März 2020 nicht eingehalten wird.

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