Interview Uwe Eibich (CompuGroup Medical)

TI: Zu wenig Geld für Apotheker Lothar Klein, 17.06.2019 09:22 Uhr

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die knapp 20.000 deutschen Apotheken bis zum März 2020 an die Telematikinfrastruktur der Gematik anschließen. „Der Termin ist zu schaffen“, sagt Uwe Eibich, Vorstand der CompuGroup Medical Deutschland (CGM), im Interview mit APOTHEKE ADHOC. Mit der Hardware-Installation könne sofort gestartet werden. Allerdings hätten sich die Ärzte bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen über die Refinanzierung geschickter angestellt als die Apotheker.

ADHOC: Das Bundesgesundheitsministerium schreibt per Gesetz vor, dass alle Apotheken bis Ende März 2020 an die TI der Gematik angeschlossen sein müssen. Ist das zu schaffen?
EIBICH: Wenn wir früh mit der Installation der Hardware starten, ist der Termin zu schaffen. Mit der Installation der notwendigen Hardware können wir sofort loslegen. Die baugleichen Konnektoren laufen bereits in vielen Arztpraxen, die CGM bringt hier viel Erfahrung mit. Auch die Apotheken können schon damit arbeiten.

ADHOC: Welche Anwendungen laufen bereits?
EIBICH: Aktuell kann in Verbindung mit dem Apothekensoftwaresystem eine Prüfung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) der Patienten durchgeführt werden. Dazu steht die TI-Anwendung Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) zur Verfügung. Als Apotheke können Sie mit dieser Funktion zusätzliche Informationen erhalten und zum Beispiel den Status zur Befreiung von Arzneimittelzuzahlungen Ihres Kunden ermitteln. In Kürze werden die Anwendungen Notfalldatenmanagement (NFDM) und der elektronische Medikationsplan (eMP) zur Verfügung stehen. Mit diesen Anwendungen können die Notfalldaten inklusive Vorerkrankungen und Allergien gelesen werden, also der medizinische „Steckbrief“ von der eGK des Patienten. Weiterhin wird auf der eGK des Patienten über den eMP eine Liste seiner Medikamente gespeichert, die in der Apotheke eingesehen und bei Bedarf aktualisiert werden können.

ADHOC: Wie geht es dann weiter?
EIBICH: Wir erwarten im zweiten Halbjahr die Zulassung dieser Anwendungen für unseren Konnektor KoCoBox MED+. Im Zuge des Zulassungsverfahrens der Gematik ist ein Feldtest unter Praxisbedingungen durchzuführen, bei dem unter anderem in 15 Apotheken getestet wird. Beteiligt sind daran die Apothekensoftware-Anbieter Lauer-Fischer und Pharmatechnik. Nach erfolgter Zulassung werden die neuen Anwendungen NFDM und eMP per Software-Upgrade bereitgestellt. Ein Austausch bereits installierter Konnektoren ist deshalb nicht erforderlich. Im weiteren zeitlichen Verlauf soll dann auch eine Lösung für das eRezept die sichere Umgebung der Telematikinfrastruktur nutzen.

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