Dienstleistungen: „Es wäre schlimm, wenn der Nutzen gering ist“

, Uhr

Apothekerin Oleski bietet ihren Kunden längst das, was demnächst als neue Dienstleistung durchgehen könnte. Ihre vier Medios-Apotheken sehen aus „wie eine normale Apotheke“, doch hinter den Kulissen passiert so Einiges. Bereits vor Jahren habe sie sich bewusst für den Weg der Spezialisierung entschieden, nachdem sie eine Studie gelesen hatte, nach der es nur noch drei verschiedene Apotheken geben werde: die Wellness-Apotheke, die Versandapotheke und die spezialisierte Apotheke, die Leistungen erbringe, die eine normale Apotheke in dem Rahmen nicht leisten könne und wolle.

Heute haben sie und ihre rund 150 Mitarbeiter zahlreiche Services in den Bereichen Ophthalmologie, Onkologie und Neurologie aufgebaut. Ihr Erfolgsgeheimnis: „Wir müssen den Patienten fragen, was er eigentlich will, und uns bei jeder Leistung, die wir anbieten, auch selbst ehrlich fragen: Würde ich das auch haben wollen?“

Beispiele sind der Botendienst bis spätabends oder die Erreichbarkeit des MS-Telefons an 365 Tagen im Jahr. Ihr Team unterstützt Ärzte bei der Einstellung von Cannabis-Patienten. Auch die Rezeptur liegt ihr als Ausdruck der Individualisierung am Herzen: „Wir machen viel, auch wenn sich das nicht immer rechnet.“ Nicht immer geht es um Querfinanzierung: Eine gute Leistung werde vom Patienten mitunter auch bezahlt – und irgendwann vielleicht von der Kasse, so Oleskis Hoffnung.

Das Thema Kooperation ist ihr wichtig; nicht jede Apotheke müsse alles können. „Es braucht eine starke Gruppe ,die vorangeht und auch andere Möglichkeiten hat zu investieren.“ Man dürfe nicht immer im „Apothekersaft“ schwimmen, sondern müsse auch über den Tellerrand schauen. Viele ihrer Ideen habe sie aus anderen Bereichen übernommen. Wichtig sei auch das Team: „Ohne gute Mitarbeiter kann man die Leistungen nicht anbieten. Man muss für das Thema brennen und einfach mal machen – und dabei natürlich die Gesetzeslage im Blick haben. Auch aus ihrer Sicht ist der Zeitpunkt gekommen, Apotheke neu zu definieren. „Wir dürfen nicht an alten Mustern festhalten. Wir müssen uns fragen, was wir als Apotheker besser machen können als andere“, so Oleski.

Vor den Ärzten brauche man keine Scheu zu haben, sie habe bislang gute Erfahrungen gemacht: „Natürlich darf man nicht in das Geschehen eingreifen, aber wenn die Ärzte sehen, dass der Patient gut versorgt wird und es Erleichterungen für ihren Alltag bringt, sind sie zufrieden.“ Wichtig sei, individuell abzusprechen, welche Leistungen Ärzte abgeben wollen. „Das ist immer individuell, und dann muss man sich daran halten.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»