„Man muss es qualitätsgesichert durchführen“

Corona-Tests in Apotheken: Kosmetikraum und Labor werden zum Testzimmer

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Berlin -

Apotheken dürfen Antigen-Schnelltests durchführen. Nachdem Kammern und Verbände zuletzt die Bereitschaft abgefragt hatten, stellte die Abda gestern klar, dass es nun doch einen rechtssicheren Rahmen für die Durchführung gebe und Apotheker und PTA die Abstriche durchführen dürften. Ein „typischer Spahn“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Einige Apotheken haben bereits Testzimmer in der Apotheke eingerichtet und direkt losgelegt. So auch die Betriebe von Margit Schlenk aus Nürnberg und Marta Sommerkamp aus Straelen. Das Ziel: Ein sicheres Weihnachtsfest für alle.

Margit Schlenk bietet seit heute Antigen-Schnelltests an. Sie hatte hierfür die Zusage vom Gesundheitsamt bekommen. Nachdem der Arztvorbehalt nach §24 IfsG entfallen war, hatte sich die Apothekerin aus Nürnberg aktiv um Klarstellung bemüht. Die hat sie bekommen – gemeinsam mit ihrem Team kann sie nun im stillgelegten Kosmetikraum testen. Die Nachfrage sei groß, sagt die Apothekerin.

„Ich habe vom Gesundheitsamt ein Go, dass wir testen dürfen. Das ist jedoch nur mein individueller Fall.“ Schlenk berichtet, dass das Deutsche Rote Kreuz auch Laien ärztlich für einen Antigentest schult. „Und wenn auch Laien ärztlich geschult testen dürfen, dann war für mich klar, dass wir als Apotheker mit einem analytischen heilberuflerischen Studium ebenso nach ärztlicher Schulung testen dürfen.“ Schlenk fragte bei unterschiedlichen Stellen an. Am Ende erhielt sie die Zusage zur Durchführung der Tests.

„Wir verfügen über einen separaten Kosmetikraum, der auch über einen separaten Eingang verfügt. Hier führen wir die Tests durch.“ Durch das große Fenster kann dauerhaft gelüftet werden. In Schlenks Apotheke testen Apotheker und PTA. „Generell bin ich der Meinung, dass beide Berufsgruppen testen können. Bei mir hat sich eine PTA dazu bereit erklärt.“ Im umfunktionierten Kosmetikraum sind alle notwendigen Materialien vorhanden, erzählt Schlenk. Wer testet, trägt einen Einmalkittel und eine Einmalhaube, eine FFP-Maske, eine Schutzbrille und Handschuhe.

Auch Marta Sommerkamp führt in ihrer Markt-Apotheke in Straelen seit dieser Woche Coronatests durch. Anders als Schlenk bietet sie beide Varianten an: Antigen-Schnelltests und PCR-Tests. Dies ist möglich, da die Apothekerin am Zukunftspakt Apotheke teilnimmt und das Angebots des Partners Ecocare in Anspruch nehmen kann. Die Schnelltests wertet sie in ihrer Apotheke aus, die PCR-Abstriche werden von einem Kurier abgeholt und in ein Labor gebracht. Dort wird die Probe analysiert. Der Kunde erhält sein Ergebnis innerhalb von 36 bis 48 Stunden. „Das Tolle daran ist, dass das Ergebnis für notwendige Dienstreisen oder sonstige Besuche im Ausland verwendet werden kann“, so Sommerkamp: Der Kunde erhält ein schriftliches Ergebnis, welches er am Flughafen vorlegen kann.

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