Arztvorbehalt zielt nicht auf Pharmazeuten ab

BMG: Vorerst keine Coronatests in Apotheken Alexandra Negt, 30.10.2020 07:59 Uhr

Berlin - Bisher durften nur Ärzte einen patientennahen Schnelltest auf  Sars-CoV-2 durchführen. Dieser Arztvorbehalt nach § 24 Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurde nun modifiziert – auch weitere Berufsgruppen dürfen testen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) stellt aber klar, dass Apotheken vorerst keine Rolle beim Thema Corona-Schnelltests spielen.

„Es handelt sich um einen dynamischen Prozess“, kommentiert eine Sprecherin des BMG die aktuelle Entscheidung darüber, welche Berufsgruppen aufgrund der Anpassung des Arztvorbehaltes künftig Corona-Schnelltests durchführen dürfen. „Die Frage, ob Apotheken in die Durchführung mit einbezogen werden sollen, stand zur Debatte. Doch aktuell ist eine Testung in Apotheken nicht vorgesehen.“ Die Modifizierung gelte für andere Gesundheitsberufe. „Der Verkauf von Probebehältnissen in Apotheken ist erlaubt“, erwähnt die BMG-Sprecherin. Der Verkauf des AProof-Tests sei somit beispielweise möglich.

Durch die Aushebung des Arztvorbehaltes dürfen laut BMG fortan folgende Berufsgruppen einen patientennahen Coronatest durchführen: Gesundheits- und Kranken- sowie Kinderkrankenpfleger, Altenpfleger und Pflegefachkräfte sowie Notfallsanitäter. An sich handele es sich hierbei nur um eine Ergänzung, so die Sprecherin: Denn §5a IfSG sieht die Möglichkeit von heilkundlichen Tätigkeiten dieser Berufsgruppen bei einer nationalen epidemischen Lage von nationaler Tragweite bereits seit Längerem vor. Die durchführende Person muss aufgrund ihrer Kompetenzen fähig sein, die heilkundliche Tätigkeit – in diesem Fall einen Nasen-Rachen-Abstrich – vorzunehmen. Der Gesundheitszustand des Patienten muss soweit stabil sein, sodass eine ärztliche Behandlung nicht zwingend erforderlich ist.

Das BMG wird jedoch ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates weiteren Personen die Erlaubnis zur Durchführung heilkundlicher Tätigkeiten zu gewährleisten. Einzige Voraussetzung: Die Personen müssen einen reglementierten Gesundheitsfachberuf erlernt haben, hierunter fallen auch PTA. „Das Thema ist aktuell und kann jederzeit wieder aufgenommen werden“, antwortet die Sprecherin des BMG auf die Frage, wie die weitere Entwicklung aussehen könnte. Kommt es also zur erlaubten Durchführung von Antigen-Schnelltests in Apotheken, dann könnten nicht nur die Approbierten gefragt sein.

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