Kammer macht Vorgaben

Corona-Schnelltests: Apotheke setzt auf Sicherheitswerkbank Alexandra Negt, 20.11.2020 10:25 Uhr

Berlin - Nachdem österreichische Apotheken die Durchführung von Corona-Schnelltests vor gut vier Wochen einstellen mussten, ist das Angebot nun offiziell erlaubt. Auch Karin Simonitsch, Inhaberin der Marien Apotheke in Wien, bietet wieder Antigen-Schnelltests an – diesmal jedoch ausschließlich mit Termin.

„Die rechtliche Lage ist zu eineindeutig“, so das damalige Urteil der Gesundheitsbehörde. Obwohl Simonitsch gemeinsam mit ihrem Team einen speziellen Ablauf ausgearbeitet hatte, musste ihre Apotheke in Wien die stark nachgefragten Testungen auf das Coronavirus vor rund einem Monat zunächst einstellen. Ihren Testraum behielt sie vorerst – zum Glück, denn seit dem 9. November darf sie die Leistung wieder anbieten. Die österreichische Apothekerkammer hat nun Vorgaben bereitgestellt, unter deren Einhaltung Antigenschnelltests erlaubt sind.

Im Rundschreiben der Kammer wird klar, dass die Apotheken als fester Bestandteil in der ganzheitlichen Gesundheitsversorgung etabliert werden sollen. So heißt es: „Die Apothekerkammer setzt sich unermüdlich dafür ein, die Apotheke als festen Bestandteil der gesundheitlichen Basisversorgung und die Apothekerinnen und Apotheker als hochkompetente Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen zu etablieren. Ein wichtiger und notwendiger Schritt in diese Richtung ist nun in Zusammenhang mit Covid-19-Antigentests gelungen.“ Simonitsch kann der Kammer nur zustimmen und freut sich, dass sie die Tests erneut anbieten kann. Der Ablauf sei im Großen und Ganzen gleichgeblieben, nur einige Feinheiten hätten sich geändert.

„Nach den neuen Auflagen dürfen wir die Testungen nur noch mit Termin anbieten“, erzählt eine Mitarbeiterin der Apotheke, die für den reibungslosen Ablauf der Testungen verantwortlich ist. „Hierfür können die Kunden unseren Online-Service nutzen. Wichtig hierbei: Wir dürfen nur asymptomatische Patienten testen. Tatsächlich bereits fiebrige Patienten müssen weiterhin einen PCR-Test beim Arzt machen.“ Sie hält diese Regel für sinnvoll: „Die PCR-Methode gilt ja weiterhin als der Goldstandard.“ Das in der Apotheke übermittelte Ergebis dient auch lediglich als Gewissheit für den Kunden. „Sofern der Arbeitgeber einen Antigen-Schnelltest aus der Apotheke im Krankheitsfall akzeptiert, ist das natürlich eine gute Sache, dennoch gilt unser Testergebnis nicht als ‚offiziell‘ und kann nicht überall zur Vorlage genutzt werden.“

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